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Butcher Brown: Lässige Reime, jazzige Grooves

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Butcher Brown
Butcher Brown verbinden Hip-Hop und Jazz. © ConcordJazz/der Promotor/dpa

Coole Reime und Jazz-Grooves - seit Ende der 1980er Jahre gibt es dafür gelungene Beispiele. Butcher Brown erfinden diese Kombination also nicht neu, großen Spaß macht ihr Bigband-Hip-Hop aber dennoch.

Berlin - So richtig innovativ ist der Hybrid aus Hip-Hop und Jazz natürlich nicht. Rapper-Projekte wie Us3, The Roots, Guru oder Gang Starr, aber auch Ikonen der improvisierten Musik wie Miles Davis oder Herbie Hancock haben schon vor längerer Zeit coole Reime und jazzige Sounds zusammengeführt, bisweilen sogar zu Meisterwerken. Diese Crossover-Vorgeschichte hält das fünfköpfige US-Kollektiv Butcher Brown aber nicht davon ab, es aufs Neue zu versuchen.

Zum Glück, kann man nach dem Hören des Albums mit dem Bandwurmtitel „Butcher Brown Presents Triple Trey featuring Tennishu and R4ND4ZZO BIGB4NDb“ nur sagen. Denn hier wurde dem entspannten Rap-Flow der Truppe aus Richmond/Virginia die Klangwucht einer klassischen Jazz-Bigband gleichberechtigt an die Seite gestellt. So entstand eine bläserlastige, mächtig groovende Mixtur für Menschen, die eigentlich keinen Hip-Hop mögen, hier aber bedenkenlos andocken können.

Hommage an The Notorious B.I.G.

Das Album sei ursprünglich vom MC und Multiinstrumentalisten der Band Butcher Brown, Tennishu, als Hip-Hop-Album und Hommage an den Kult-Rapper The Notorious B.I.G. (1972-1997) gedacht gewesen, heißt es seitens des Labels ConcordJazz. Daraus entwickelte sich dann eine „eklektische Ode an den Big-Band-Jazz“. Alle Beteiligten spielen „eine Collage aus Jazz-Suiten für ein Hip-Hop-Album und integrieren gleichzeitig die ganz eigene Mischung aus Soul, Funk und Rock-Elementen (...)“.

Nach einer Tournee im Vorprogramm des weltweit gepriesenen, ebenfalls genreübergreifend aktiven Jazz-Saxofonisten Kamasi Washington hatten Butcher Brown 2020 ihr achtes Album „#KingButch“ veröffentlicht, das die neue Richtung bereits andeutete. Der Sender NPR sprach jedenfalls von „a great marriage of hip-hop and jazz“, also einer „großartigen Verbindung von Hip-Hop und Jazz“. Mit ihrer aktuellen Platte sind Butcher Brown nun wohl endgültig zu neuen Führungsfiguren eines immer noch hörenswerten Retro-Poptrends geworden. dpa

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