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Bunny Wailer tritt beim One Love-Konzert zum 60. Geburtstag von Bob Marley auf.
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Bunny Wailer tritt beim One Love-Konzert zum 60. Geburtstag von Bob Marley auf.

Nachruf Bunny Wailer

Bunny Wailer: Der Sound des Anfangs

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Ein Nachruf auf Bunny Wailer, der den Kern des Reggae bewahren wollte.

Für die Erfolgsgeschichte einer Popband stellt deren Gründung eine Art mythologischen Kern dar. Für puristische Fans gelten spätere Zu- und Abgänge als Verrat. Wie alles anfing, ist für die Entwicklung einer Popformation mindestens so wichtig wie der Sound und dessen Weiterentwicklung. In diesem Sinne gehörte der jamaikanische Reggae-Musiker Bunny Wailer, dessen Name eigentlich Neville O’Reilly Livingston lautete, nicht nur zu den Gründungsmitgliedern jener Band, die seinen Namen trug. Die legendären Bob Marley and The Wailers waren zugleich für die weltweite Verbreitung der reinen Lehre verantwortlich, die als Reggae zuvor allenfalls als Hybride über Jimmy Cliff („Wild World“) und Desmond Dekker („The Israelites“) in die britisch-amerikanische Rockmusik Einzug gehalten hatte.

Kein weiteres Pop-Genre

Die frühen Wailers, das waren zunächst Bob Marley und Bunny Wailer, bald darauf stieß Peter Tosh hinzu, die als Kerntrio von 1963 an den rhythmisch-retardierenden Reggae schufen. Als sich in den 70er Jahren jedoch internationaler Erfolg einstellte, zog Bunny Wailer sich zurück. Weil Reggae gerade kein weiteres Pop-Genre, sondern Teil einer lokalen Religion sein sollte, kehrte der gläubige Rastafari Bunny Wailer seinen Freunden den Rücken.

Diese indes forderten die Welt der Nicht-Rastafaris heraus. Peter Tosh machte solo weiter, und Bob Marley baute eine neue Band auf, die sich weiterhin The Wailers nannte. Ironischerweise bezieht sich der Titel eines der erfolgreichsten Reggae-Alben, eine Kompilation aus Live-Auftritten in Europa, auf diese symbolische Entfernung vom Glauben. „Babylon By Bus“ kennzeichnete eben jenen Aufbruch des Reggae von Jamaika aus in die Welt.

Der Sound des Anfangs aber blieb trotz der einzigartigen Bedeutung des 1981 an Krebs gestorbenen Bob Marley doch stets auch mit dem Sänger und Gitarristen Bunny Wailer verknüpft. „Trenchtown Rock“, „Stir It Up“ und die Widerstandshymne „Get Up, Stand Up“ waren unverwechselbare Hits der Wailers, die nicht zuletzt auch die gesellschaftlichen Konflikte auf Jamaika abbildeten.

Bunny Wailer war wie Bob Marley 1947 in dem Dorf Nine Miles auf Jamaika geboren worden, später wurde er zu einem Halbbruder Marleys, weil Marleys Mutter und Bunny Livingstons Vater noch eine gemeinsame Tochter bekamen. Nach der Trennung von Tosh und Marley blieb Bunny Wailer ein Vertreter des sogenannten Roots-Reggae und produzierte die meisten seiner Alben auf seinem eigenen Label Solomonic Records Ltd.

Mit „Time Will Tell – A Tribute To Bob Marley“ gewann er 1991 einen Grammy in der Kategorie Beste-Reggae-Aufnahme, weitere Grammys folgten. Im vergangenen Sommer hatte Bunny Wailer einen Schlaganfall erlitten, an dessen Folgen er nun in Kingston auf Jamaika gestorben ist.

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