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Brian Auger feiert am 18.7. seinen 80. Geburtstag.

„Streetnoise“

Brian Auger wird 80 – Der Sound der frühen Jahre

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Zwischen Pop und Jazz: Zum 80. Geburtstag des Fusion-Musikers Brian Auger.

In der popmythologischen Chronik des Jahres 1969 kommt man, wenn man sich erst einmal hineinbegeben hat, aus dem Staunen, Abschweifen und Erschrecken nicht mehr heraus. Vor ziemlich genau 50 Jahren starb Brian Jones von den Rolling Stones, schickte David Bowie seinen Astronauten Major Tom in die musikalische Umlaufbahn, und es vollzog sich quälend langsam der schwierige Auflösungsprozess der Beatles.

Die Ballung solcher Nachrichten aus dem Sehnsuchtskalender legt den Verdacht nahe, dass das Glück und das Elend der Popmusik in jenen Tagen ganz dicht beieinanderlagen – im August 1969 gab’s dann ja auch noch Woodstock. Angesichts all dessen spielt die Veröffentlichung des Doppelalbums „Streetnoise“ von Brian Auger, Julie Driscoll & Trinity eine eher untergeordnete Rolle. Aus heutiger Sicht ist sie kaum mehr als eine Liebhabersache für in die Jahre gekommene Fans. 

Unter diesen aber gehört „Streetnoise“ zu den besten Alben, die jemals in Vinyl gepresst wurden. Das ist umso verwunderlicher, handelt es sich bei den meisten Stücken doch um Coverversionen anderer Musiker, zum Beispiel „Light My Fire“ von den Doors, „Indian Rope Man“ von Richie Havens oder „Take Me To The Water“ von Nina Simone. All die Stücke aber wurden von Brian Auger, der die Orgel als Instrument für die Popmusik etablierte wie sonst wohl nur Keith Emerson und John Lord, in ein neues musikalisches Gewand getaucht und von Julie Driscoll derart kraft- und gefühlvoll interpretiert, dass sie bis heute keinen Staub angesetzt haben. Mit „Streetnoise“ hatten sie den klanglichen Teppich einer Generation noch einmal neu geknüpft.

Brian Auger spielte zusammen mit Spencer Davis und Eric Burdon

Brian Auger wurde am 18. Juli 1939 geboren und gilt als einer der bedeutendsten Fusion-Organisten zwischen Pop und Jazz. Nachdem er 1962 in einer reinen Jazzband begonnen hatte, gründete er zusammen mit Rod Stewart, Julie Driscoll und „Long“ John Baldry 1965 die Band The Steampacket. Als Stewart wenig später wieder ausstieg, um bei den Faces anzuheuern, hoben Brian Auger und Julie Driscoll ihr Trinity-Projekt aus der Taufe, das mit Bob Dylans „Wheels on Fire“ und dem Song „Road to Cairo“ veritable Single-Hits hatte.

Wie es sich für einen Fusion-Musiker gehört, ist die Liste der Kooperationen überaus lang. Brian Auger spielte zusammen mit Spencer Davis und dessen Schlagzeuger Pete York, immer wieder auch mit Eric Burdon. Er trat zudem mit dem Blues-Lehrmeister Alexis Korner auf, der mit seiner Band CCS ebenfalls tief in das Fusion-Wesen eingedrungen war. In Deutschland war Brian Auger zusammen mit Klaus Doldinger unterwegs, und in den letzten Jahren ließ er es sich nicht nehmen, mit seinen Kindern, dem Schlagzeuger Karma und der Sängerin Savannah Grace, in der gemeinsamen Formation Oblivion Express zu musizieren.

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