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Richard Strauss

Blühen, donnern

Die „Alpensinfonie“ mit dem Hessischen Staatstorchester Wiesbaden im Kurhaus.

Richard Strauss’ „Alpensinfonie“ ist so populär, dass man sich fragen kann, ob das auch so wäre, wenn der in frühen Skizzen noch verwendete Titel „Antichrist“ sich durchgesetzt hätte. Denn der Komponist war in Nietzschestimmung, und als Programm schwebte ihm nicht allein eine dramatisch verlaufende Bergtour vor. Obwohl es nun also eher eine helle Freude ist, sich im Konzertsaal auf Bombast und Kuhglocken einzulassen, wird die 1915 uraufgeführte Sinfonische Dichtung gar nicht so häufig gespielt. Der personelle Aufwand ist immens, ist verrückt, und auch in Wiesbaden mussten Kompromisse eingegangen werden (ein Fernorchester mit allein zwölf Hörnern ist schon ein starkes Stück).

Gleichwohl – vermutlich: gerade dadurch – entwickelte sich ein so opulentes wie doch auch fein gesponnenes Großereignis, mit dem das 8. Sinfoniekonzert die Saison des Hessischen Staatsorchesters im Kurhaus abschloss. GMD Patrick Lange, der festgestellt hatte, dass die Alpensinfonie von seinem Orchester zuletzt zum Saisonende 1982/83 aufgeführt worden war, interessierte sich für einen gezügelten, transparenten Gesamtklang. Dem gewaltigen Aufbrausen und Donnern – wer Glück hatte, bekam das Herdengeläut mit, wohingegen die Windmaschine nicht zu überhören war – setzte er immer wieder eine delikate Vielfarbigkeit entgegen. Bestechend war im Kleinstteiligen wie im Monströsen die Homogenität des Orchesters, das bei solchen gigantomanischen Unterfangen, wenn es gut geht, immer erst recht zum pulsierenden Klangkörper mit zweihundert Augen, Ohren und Armen wird.

Zuvor sang die Schwedin Maria Bengtsson die „Vier letzten Lieder“, vielleicht je nach Platz ein unterschiedliches Hörerlebnis. Vorne rechts jedenfalls wirkte die Sopranistin defensiv, geradezu vorsichtig im aber höchst kultivierten Töneansetzen. Anders als das Orchester hielt sie sich beim wünschenswerten Aufblühen aber eher zurück. Interessant, wie entspannt sie bei der Zugabe wirkte, „Cäcilie“, in der es straussopernhaft ausgelassen wurde.

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