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Gitarrist Pablo Sáinz-Villegas in Eberbach. „Bild: RMF/Ansgar Klostermann“
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Gitarrist Pablo Sáinz-Villegas in Eberbach. „Bild: RMF/Ansgar Klostermann“

Rheingau Musik Festival

Bizet & mehr: Die Moden des Exotischen

  • VonBernhard Uske
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Zum Finale präsentierte sich das Rheingau Musik Festival schmissig mit spanischen und ungarischen Klängen

Das Abschlusskonzert fand im Freien statt: im Klosterhof der ehemaligen Eberbacher Zisterzienser-Anlage. Ein Glücksfall im doppelten Sinne, denn der Himmel war sonnenklar und 1500 Zuhörer statt der 400, die heuer nur in die Basilika gedurft hätten, konnten den spanisch-ungarischen Klängen des Rheingau-Musik-Festival-Finales lauschen. Allerdings war das kein Folklore-Konzert, sondern jenen Moden des Fremden und Exotischen gewidmet, die von den Turquerien und Chinoiserien bis zu den Ragtime-, Reggae- oder Fernost-Wellen die Musikgeschichte bis heute durchziehen.

Georges Bizets „Carmen“ klang auf (Ouvertüre) und die korrespondierende „Carmen-Fantasie“ des sich die Exotik-Schmankerl selbst auf den Leib schneidernden Violinvirtuosenkomponisten Pablo de Sarasate, von dem auch seine „Zigeunerweisen“ erklangen. Auch 100 Jahre vor dem Rheingau Musik Festival schon verlangte der Musikbetrieb nach solchen klanglichen Frischzellenkuren, die authentische Folklore, ob in Klassik oder Pop eingelegt, meist nur in homöopathischer Dosis enthalten.

100 000 Menschen suchten heuer das musikalische Rheingau-Erlebnis – eine stattliche Zahl angesichts der Abstandsgebote, die das Platzangebot radikal reduzierten und Nervpotential hatten mit dem bei jedem Termin neu auszustellenden Persilschein. So mussten sich die Veranstalter mit einer 86-prozentigen Auslastung des Platzangebots begnügen.

Der Stimmung tat das in allen Konzerten, die man erlebte, keinen Abbruch. Im Klosterhof trat zuletzt noch einmal die mit dem Lotto-Förderpreis des Festivals ausgezeichnete Geigerin Maria Dueñas auf. Die 18-Jährige aus Granada glänzte mit Vehemenz und einem starken Strich bei den geigerisch anspruchsvollen Sarasate-Werken.

Blendendes Zusammenspiel

Ein anderes Talent war der 44-jährige Pablo Sáinz-Villegas, ein Star der Gitarre – des klassischen Instruments für spanisches Kolorit. Das „Concierto de Aranjuez für Gitarre und Orchester“, 1939 von Joaquin Rodrigo komponiert, wurde subtil und artistisch vollendet vermittelt, wobei das Zusammenspiel der das Programm tragenden Deutschen Radio Philharmonie blendend war.

Das aus dem ehemaligen RSO Saarbrücken und dem Rundfunkorchester Kaiserslautern gebildete Ensemble stand unter der Leitung des 41-jährigen Finnen Pietari Inkinen, der einen zusehends differenzierteren Ton anschlug. Die elektro-akustische Freiluft-Verstärkung war trefflich und die naturgemäß bei solchen Veranstaltungen begrenzte Obertönigkeit durch feine Raumabbildung gerade auch im Piano-Bereich ausgeglichen. Von Johannes Brahms gab es zwei Blöcke seines formvollendeten Zingarismus in Gestalt der „Ungarischen Tänze“, die hier mehr als nur bekannte Zugabe-Rausschmeißer waren.

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