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Theresa Wayman.
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Theresa Wayman.

Theresa Wayman

Und ein bisschen emotional

  • VonStefan Michalzik
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Warpaint-Mitglied Theresa Waymans tolles Solo-Album „LoveLaws“.

Was für ein bemerkenswertes Album! Nach 14 Jahren als Mitglied des neopsychedelischen, durchweg weiblich besetzten und rundum kooperativ organisierten kalifornischen Quartetts Warpaint hat die Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Theresa Wayman ihr erstes Soloalbum eingespielt. Der Sound auf „LoveLaws“, veröffentlicht unter ihrem Bühnennamen TT, lässt zwar ein gewisses Maß an Parallelen zu dem der Band erkennen, letztlich aber handelt es sich doch um ein eigenes Ding; derart poppig wie „Heads Up“, das letzte Warpaint-Album von 2017, ist es schon ganz und gar nicht.

Dicht gewoben sind die vom Dub geprägten Texturen und schleppend die Beats. Sie habe, erzählt die im US-Bundesstaat Oregon aufgewachsene und in Los Angeles lebende Musikerin und Gelegenheitsschauspielerin, nie eine „rock person“ sein wollen. Seit ihrer Teenagerzeit schon orientiere sie sich mit Vorliebe an Beats, Basslinien und Samples.

Damit ist schon einiges über ihre Musik gesagt. Gleich der erste Song des Albums, „Mykki“, beginnt mit einem irisierend glucksenden Bassbeat, der Assoziationen an eine Höhle weckt; dann setzt die sanfte, mit Hall überlagerte Stimme ein. Anders als bei Warpaint spielt Waymans Stamminstrument, die Gitarre, eine untergeordnete Rolle. Praktisch durchweg herrscht eine Langsamkeit vor, was einen gewissen Groove mitnichten ausschließt. In seiner Art wirkt das hermetisch, aber mit viel Wärme, mit Seele.

Verhangen ist der vielfach geschichtete, triphopartige Sound in Nummern wie der sich um Liebesverlust drehenden Ballade „I’ve Been Fine“. In „Love Leaks“ wiederholt die Stimme am Schluss wieder und wieder die Refrainzeile „Why can’t you be next to me?“, eher melancholisch beschwörend als melodramatisch verzweifelt. Mitunter, so am Ende dieses Songs, besorgen Klangwände eine dramatische Atmosphäre. Doch die Frau, soweit sie mit dem lyrischen Ich übereinzusetzen ist, scheint gut geerdet zu sein, bar einer bleiernen Schwere. „Down tempo, pretty sexy, and a bit emotional“ – mit diesen Worten charakterisiert Wayman selber dieses singuläre Songwriteralbum der anderen Art.

Wayman hat „LoveLaws“ beinahe vollständig alleine eingespielt, im Heimstudio in Los Angeles und andernorts, auch auf Tour hat sie daran gearbeitet. Sie spielt Bass und Gitarre und sie hat die meisten Drumbeats programmiert; gelegentlich haben ihre Bandkolleginnen ihr ein wenig geholfen, als Koproduzent tritt ihr Bruder Ivan in Erscheinung.

Vornehmlich handeln die zehn Songs von Liebe, die auf die eine oder andere Art unter die Räder gekommen ist, daneben auch von der Rolle als Mutter. Eine Flüchtigkeit der Begegnungen, so viel hat Wayman dem Album über den PR-Zettel ihrer Plattenfirma mitgegeben, gehöre zur Erfahrung eines Lebens als ständig auf der Reise befindlichen Musikerin. Die Songs sind großartig, und erst recht der frappierend findungsreiche Wandel des Klangbilds Nummer um Nummer vermag für sich einzunehmen, gleichwohl wirkt die Abfolge in der Gesamtsicht dann auch wieder in sich geschlossen. Das macht einen tiefen Eindruck. Man darf dieses Solodebüt als eine Verheißung sehen – von dieser fabelhaften Musikerin dürfte noch eine Menge zu erwarten sein.

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