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Die zwei von Ducks on Drugs. Tillmann Engel
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Die zwei von Ducks on Drugs. Tillmann Engel

Ducks on Drugs „Stabil labil“

Bei monoton flippen sie aus

  • vonStefan Michalzik
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Das Duo Ducks on Drugs, Daniela Reis und Ente Schulz, ist „Stabil labil“ .

Irgendwas mit Fame“, lautete einer Interviewäußerung zufolge einst der Berufswunsch von Daniela Reis. Mit dem Duo Schnipo Schranke, das die Absolventin eines Cellostudiums an der Frankfurter Musikhochschule zusammen mit ihrer (einer Karriere als Orchestermusikerin ebenso wenig zugeneigten) Studienkollegin Fritzi Ernst gründete, war ihr nicht zuletzt auch wegen des Gebrauchs von Wörtern wie „Pimmel“ oder „Pisse“ Aufmerksamkeit sicher gewesen. In tragikomischen Liebesliedern ging es jedoch um weitaus mehr als um Kraftausdrücke. „Fame“ betrachtete Reis als Weg zur Bewältigung massiver psychischer Probleme, die sie seit ihrer Kindheit begleiteten: „Ich fühle mich endlich mal, als hätte ich einen Platz in der Gesellschaft.“

Ducks on Drugs heißt das neue Duo, das Daniela Reis mit ihrem Ehemann Ente Schulz gegründet hat, dem Tourschlagzeuger von Schnipo Schranke, die vor zwei Jahren im Streit auseinandergingen. „Wir sind zerrissen zwischen Wildnis und Zivilisation/Wie Mowgli und Balu im Dschungelbuch schon/Wir sind zerrissen/Willkommen im Club, wir sind kaputt./Kommt denn im Wald unser Glück/und der Hunger zurück?“, heißt es gleich im ersten Song des Albums „Stabil labil“. Das klingt nach einem Statusbericht zur Lage der Gesellschaft; eine fundamentale Rolle spielt aber vor allem auch eine andere Form des „Wir“ – das Paar.

Das Album:

Ducks on Drugs: Stabil labil. Audiolith/Broken Silence.

„Süße Musik“, das nächste Stück, wartet mit einem New-Wave-Kling-Klong mit Drumcomputer, Glockenspiel und Vibraphon auf. In „Ich bin dein Schmerz“ singt Daniela Reis im Tonfall unbeschwert: „Und wenn du denkst, der Tod klopft an die Tür/Und niemand außer Gott kann was dafür/dann unterscheidet dich nichts mehr vom Tier./Ja, echt, jedem Anfang wohnt ein Ende inne.“ Die Musik ist hymnisch, die Melodie erinnert ein wenig an das euphorische „Take On Me“ von a-ha.

Nochmal Ruhm als Weg: „Wir stürmen die Charts/Und holen uns was vom Arzt“, heißt es in „Wir sind Stars“. Die Songs von Schnipo Schranke springen einen musikalisch und durch ihren Wortwitz regelrecht an. Das tun die von Ducks on Drugs nicht. Sie wirken rauer, sind wesentlich näher dran am deutschen New Wave. Fast schon möchte man mit Blick auf die Texte sagen, sie sind privater. Der Humor auf „Stabil labil“ ist lakonischer, weniger auf die knackige Pointe ausgerichtet. Musikalisch handelt es sich um eine Feier der DIY-Attitüde. „Melodie ist uns ein Graus./Bei monoton flippen wir aus.“ „Helden“ ist eine Verbeugung vor David Bowies „Heroes“, neu motiviert in Sinne des Autofahrens als metaphorische Weltflucht.

Süchte und psychische Defekte mögen einen niederdrücken, doch es gibt den Ausweg der Auswege – die Liebe. Das ist die ,,Botschaft“, aus der weder Harmlosigkeit noch Kitsch reslutieren. In „Rock to Sleep“, einem der drei – hätte nicht sein müssen, bringt keinen Zugewinn – englischsprachigen Songs singt Daniela Reis: „I need your love, but I don’t need a love story/ Let’s talk tonight and let’s do psychotherapy“.

Der Ausklang, mit „Baby Duck“, dem Lied der Liebe von Reis und Schulz, ist optimistisch, aber gebrochen: „Das ist die lange Nacht des Rückfalls!/ Gibst Du mir ein bisschen Rückhalt?/ Gehst Du mit mir in den Urwald/ und wirst dort mit mir uralt?“

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