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„Groovy Organ“

Auf einem lichten Niveau

  • vonStefan Michalzik
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Das Trio „Groovy Organ“ im Frankfurter Jazzkeller und im Stream.

Groovy Organ“? Da lässt sich beinahe schon von einem Pleonasmus reden, einer Doppelung des Sinngleichen, ähnlich dem sprichwörtlichen „weißen Schimmel“. Denn die Hammond-B3-Orgel, um die es hier geht, ist nun einmal ein Instrument, das – zumindest klassischerweise – im Jazz wie in der Popmusik eng mit dem Groove verbunden ist.

Das unter diesem Signum annoncierte Trio um den französischen Organisten Jean-Yves Jung, den Gitarristen Martin Scales und Andreas Neubauer am Schlagzeug, das ein (weiterhin abrufbares) Livestream-Konzert im Frankfurter Jazzkeller gegeben hat, agiert ausgesprochen traditionsbewusst: Es bewegt sich auf der Basis des Hardbops der späten fünfziger Jahre, im Spannungsfeld zwischen einer rhythmischen Prägung durch den Rhythm & Blues und einer ausdifferenzierten harmonischen Raffinesse.

In großer Tradition

Eine Tradition, für die Namen wie Art Blakey, Cannonball Adderley oder Horace Silver stehen – und natürlich jazzhistorische Titanen der Orgel wie Jimmy Smith, Larry Young, Jack McDuff und Don Patterson.

Das Klangbild wirkt sehr aufgeräumt, mit einer Anbindung an die Jazzfusion. Jean-Yves Jung spielt kein originales Instrument, sondern einen adäquaten – und wesentlich müheloser zu transportierenden – klanglichen Klon ohne eine Pedalklaviatur. Es ist ein zu hundert Prozent abgesichertes Terrain, auf dem sich dieses improvisationsstarke Solistenensemble bewegt – das jedoch tut es hier mit einer entspannt anmutenden Emphase, die unbedingt für sich einzunehmen vermag.

Basis sind Standards wie Cole Porters „You’d Be So Nice To Come Home To“ und Chick Coreas „Humpty Dumpty“ sowie Nummern von Lou Donaldson, Freddie Hubbard und Charlie Parker, wenige eigene Kompositionen auch darunter.

Jean-Yves Jung, Jahrgang 1969 und, auch am Klavier, umtriebig als Sideman unter anderem bei Philip Catherine, Billy Cobham, Dee Dee Bridgewater und Biréli Lagrène, ist ein Meister eines dynamisch differenzierten wie in den Balladen auch atmosphärisch starken Spiels, das weit über die ausgeprägt perkussive Anschlagtechnik eines Jimmy Smith hinausgeht. Ein Feuerwerker ist er weniger, seine Sache sind eher die subtilen Wirkungen.

Martin Scales, bekannt auch als Mitglied der hr-Bigband, setzt im Jazzkeller entspannt und geschwind fließende Linien von einer phänomenalen instrumentalen Beredsamkeit, erhaben über die schnittigen virtuosen Effekte. Andreas Neubauer ist ein stetig kommentierender polyrhythmischer Impulsgeber. So wenig spektakulär das im Ansatz dieses Konzerts sein mag – hier wird doch auf einem lichten Niveau musiziert.

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