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Arthur Brown brennt immer noch für den Blues

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Arthur Brown
Mit Arthur Brown ist immer noch zu rechnen. © William Bunce/Starkult Promotion/dpa

Für seinen Durchbruch-Song „Fire“ setzte sich Arthur Brown vor gut 50 Jahren einen Flammenhelm auf. Psychedelisch klingt nun auch wieder das Spätwerk des britischen Schockrock-Veteranen zum 80. Geburtstag.

Berlin - Man muss in der Rockhistorie schon weit zurückgehen, um erstmals auf Arthur Brown zu stoßen - bis ins Jahr 1968.

Der englische Sänger mit der mächtigen Stimme war seinerzeit sofort eine große Nummer, was nicht nur am bahnbrechenden Hit „Fire“ lag, sondern auch an schrillen Auftritten mit brennendem Helm, Grusel-Mummenschanz und viel Schminke.

Jetzt, da kaum einer es noch erwartet hatte, ist Brown pünktlich zu seinem 80. Geburtstag am 24. Juni zurück. Mit einem neuen Album, das ihn immer noch als Exzentriker, aber auch verblüffend gut in Form präsentiert.

Ungebremster Mut zum Irrsinn

Wohl nicht zufällig heißt das Spätwerk „Long Long Road“. Es war ja tatsächlich ein sehr langer Weg seit dem sensationellen Debütalbum „The Crazy World Of Arthur Brown“ vor 54 Jahren, diversen Gastsänger-Jobs (The Who, David Gilmour, Alan Parsons Project) und Karriere-Unterbrechungen. Umso mehr erstaunt, mit wie viel vokaler Verve und ungebremstem Mut zum Irrsinn sich der Veteran hier in seine aus Blues und Progressive-Rock zusammengebraute Musik stürzt.

„Gas Tanks“ und „Going Down“ sind gleich zu Beginn wilde Psychedelia-Exkursionen mit reichlich Gebrüll und Getröte, die direkt aus den drogenumnebelten Sixties stammen könnten. In „Once I Had Illusions (Part 1)“ überraschen Jazz-Elemente und ein House-Piano, ehe „I Like Games“ den Altmeister wieder als Blues-Derwisch zeigt.

Und so geht es spannend weiter mit einer von Multiinstrumentalist Rik Patten würzig zubereiteten Retro-Rock-Mixtur. Weitere Höhepunkte sind der klassische Blues-Shouter „The Blues And Messing Around“ und der balladeske, anrührend gesungene Titelsong des Albums.

Arthur Brown, seit „Fire“ Vorbild für so manche Schockrock-Performer wie Alice Cooper oder Bruce Dickinson (Iron Maiden), mag zwar bereits 80 sein. Man hört es diesem vibrierenden, wuchtigen Comeback-Album jedoch nicht an.

Er sei sehr froh über die Chance, „in dieser späten Phase meines Lebens noch einmal die Arena zu betreten“, sagte Brown in einem Statement für die Deutsche Presse-Agentur. Die Aufnahmen seien „gritty, grinding, growling fun“ gewesen - was sich auf Deutsch nur halb so schön anhört, wenn man es mit „grobkörniger, schleifender, knurrender Spaß“ übersetzt. Passt aber. Welcome back, „God of Hellfire“. dpa

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