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Frankfurt

Arlo Parks im Zoom: Super Sad Generation

  • VonStefan Michalzik
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Und doch mit Zuversicht: Arlo Parks im Frankfurter Zoom.

Die Musik auf „Collapsed in Sunbeams“, dem hinreißenden Debütalbum von Arlo Parks, das Anfang des Jahres herauskam und mit dem britischen Mercury Prize ausgezeichnet wurde, ist geprägt durch Hip-Hop und R’n’B. Im Konzert der 21-jährigen Londonerin im ausverkauften Frankfurter Zoom, haben sich die Akzente des Musizierens mit der famosen Band – Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards sowie Trompete, auf den beiden letzten Positionen besetzt mit Frauen – beträchtlich verschoben.

„Super Sad Generation“ lautet der Titel eines frühen Songs von Arlo Parks. In ihrem Auftritt vermittelt sie Lust und Leidenschaft. Die Musikerin ist eine unprätentiöse Erscheinung, sie trägt ein weites weißes Cartoon-T-Shirt, die kurzen schwarzen Haare haben einen goldblonden Deckel.

Schwungvolle Tanzeinlagen

Der Anteil an Balladen ist hoch, Coming of Age und das eigene Erstarken sind die Themen, die Depressionen einer Freundin oder, in dem Song „Caroline“, der erbitterte Streit eines alten Paares an einer Bushaltestelle. Parks spielt eine Reihe von Instrumenten, auf der Bühne jedoch beschränkt sie sich auf die Rolle der Sängerin, mit etlichen schwungvollen Tanzeinlagen.

Anders als in den Einspielungen mutet die Musik live unzeitgemäß, trendfern an. Geradezu althergebracht wirkt sie, dies aber in einnehmender Frische. Der Bogen spannt sich dabei von Spuren des heute Yachtrock genannten, avancierten, sanft-eleganten Softrocks der 70er Jahre Marke Steely Dan über einen gewissen Jazzgroove bis zu einer kreiselnden Afropop-Gitarre in einzelnen Songs.

Alles wird zusammengebracht mit unbekümmerter Geläufigkeit. Soul und Funk sind wichtige Elemente, wobei die mit einem leichten Hauch belegte Altstimme keineswegs explizit „schwarz“ erscheint, sondern vielmehr an den Trip-Hop erinnert. So viel an Traditionen der schwarzen Popgeschichte in dieser enorm belesenen Musik auch verarbeitet ist, sie lässt die Grenzen solcher Kategorien hinter sich. Was einen nicht zu verwundern braucht, wenn jemand als Vorbilder Robert Smith von The Cure, David Bowie und Patti Smith, King Krule und The XX nennt.

So deutlich gerade auch die Live-Ausfertigung dieser Musik ihre Referenzquellen erkennen lässt, so sehr wächst sie über ebendiese hinaus. Ein mittleres Tempo wird nie ernsthaft überschritten. Alles ist von entspannter Leichtigkeit wie auch von tiefer Emotionalität. „Unsere Generation ist eine Generation der Angst“, hat Arlo Parks in einem Interview gesagt. Was sie an diesem Abend ausstrahlt, ist Zuversicht.

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