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Christina und Michelle Naughton in Frankfurt, Alte Oper.
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Christina und Michelle Naughton in Frankfurt, Alte Oper.

Alte Oper Frankfurt

In Arles und im Aquarium

In Tupftechnik: Ein hinreißender französischer Abend mit Christina und Michelle Naughton und dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg in der Alten Oper.

Zum Karneval und zur wilden Hoffnung, dass auch die gegenwärtige Jahreszeit (wie soll man sie nennen?) irgendwann endet, passte ein sagenhaft impressionistisches, pointillistisches, sommerlich flirrendes Programm in der Alten Oper Frankfurt.

Beim Konzertveranstalter Pro Arte traten Christina und Michelle Naughton aus den USA auf, Zwillingsschwestern, die sich an den Flügeln gegenübersaßen wie an einem Spiegel – obwohl sie ihre Gleichheit in Kleidung und Frisur eher ignorierten. In ihr gemeinsames Spiel ließen sich mysteriöse Züge projizieren, während die jungen Frauen, Jahrgang 1988, wohl bloß hochkonzentriert und einander zutiefst vertraut zusammenarbeiteten.

Zunächst in Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“ für zwei Klaviere und in diesem Fall das Orchestre Philharmonique de Strasbourg. Das Werk ist als Gebrauchsspaß angelegt, aber doch von mitreißender Raffinesse. Neben Spott und Spiel – den Cancan tanzenden Schildkröten oder der ebenfalls aufmarschierenden Tierart „Pianisten“ – bietet sich eine extrem originelle Farbpalette, die hier weitgehend in Tupftechnik Verwendung fand.

Es blubberte das Aquarium so zart, es flitschten die Geigen zum Auftritt der Langohren, es trumpfte das Solocello auf als Schwan (überhaupt ein großer Abend für die Orchestersolisten). Und mit rührendem Humor versetzten sich die Naughtons zur Parade der „Pianisten“ in ihre Frühzeit als Tonleiterspielerinnen zurück. In der rasanten Zugabe, Variationen auf das einschlägige Paganini-Thema von Witold Lutoslawski, wurden sie nachher zu wahren Teufelspianistinnen.

Im Sog des „Boléro“

Auch wenn französische Programme keine Seltenheit sind, so gelingt die Kombination selten so stimmig, so stimmig dazu auch zum Dirigat des Slowenen Marko Letonja, eines äußerst diskreten, leichthändigen Lenkers. Vorm Karneval spielte das Orchester George Bizets „L’Arlesienne-Suite“ Nr. 2 mit einer Ruhe, die zu Beginn eine fast schon spöttische Behäbigkeit nicht mied.

Nach der Pause folgte ein Maurice-Ravel-Block, nein ein Maurice-Ravel-Gespinst aus den traumwandlerischen Bildern der „Mutter Gans“ und dem vorüberwehenden Orchestergedicht „La Valse“. Dann: der „Boléro“. Bei der fulminanten Orchesterapparatur war er wie ein Schlund, der die Hörenden und die Welt um sie her in sich hineinsog.

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