Neue Musik von Ariana Grande

Ariana Grande: Mit neuem Album zur Femme fatale

  • vonNadja Dilger
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Das neue Album von Ariana Grande setzt der Lust ganz selbstbewusst ein Denkmal. Ob die Inspiration nun im tristen Corona-Lockdown wurzelt oder schon lange in Grande brütet: Die Rolle der Femme fatale steht ihr.

  • Ariana Grande hat mit „Positions“ ihr sechstes Studioalbum veröffentlicht.
  • Ihr neue Musik ist reich an Anspielungen und lustschweren Träumen.
  • Die Rolle der Femme fatale bringt sie in „Positions“ überzeugend zum klingen.

Boca Raton - Erinnern Sie sich noch an das Gerede während der ersten Corona-Welle im Frühjahr? In einigen Medien wurde gemutmaßt, dass durch das erzwungene Beisammensein ein Babyboom bevorstünde. Auf engem Raum würde es sich nicht nur leichter streiten, sondern eben auch leichter lieben lassen. Letzteres scheint bei Ariana Grande der Fall gewesen zu sein. Denn ihr neues Album Positions“ schreit förmlich nach Sex.

In 14 Stücken windet sich die 27-Jährige durch rhythmischen Pop und zarten, teils funkigen R’n’B und Soul. Dazu haucht, seufzt, pfeift sie Zeilen über das Verführen und die Lust. Es ist Musik, die an Janet Jackson und Ginuwine denken lässt. Dass die aus Florida stammende Grande längst nicht mehr das süße Mädchen aus der Nickelodeon-Serie „Victorious“ ist, hatte sie spätestens mit ihrem letzten und fünften Album „Thank U, Next“ bewiesen. Auch ihre zahlreichen Auftritte und Kollaborationen mit Stars wie Lady Gaga und Lana Del Rey machten deutlich, dass Grande nicht nur erfolgreiche Schauspielerin*, sondern auch ernstzunehmende Musikerin ist.

Ariana Grande

Ariana Grande mausert sich mit „Positions“ zur Femme fatale

Auf „Positions“ geht sie nun in der Rolle der Femme fatale auf, was ihr äußerst gut steht. Sie hat weder Hemmungen, sich als sexy US-Präsidentin zu verkaufen, wie in ihrer treibenden Pop-Single „Positions“, noch als lüsterne Hausfrau, reizende Schwiegertochter und gefährliche Geliebte. Passend singt sie: „Boy, I’m tryna meet your mama on a Sunday, then make a lotta love on a Monday“ (Junge, ich treff’ deine Mutter an einem Sonntag, dann mache ich mit dir Liebe am Montag).

Alter27 Jahre
GeburtsortBoca Raton, Florida, USA
Erfolgreichster Song auf Spotify'7 rings' (mehr als 1,2 Mrd. Mal gestreamt)
Erfolgreichstes Album'Thank U, Next' (mehr als 2.790.000 Mal verkauft)
Erstes Engagement als Schauspielerin2008 im Broadway-Musical '13'

In dem pumpenden R’n’B-Stück „Motive“ sinniert sie mit der Rapperin Doja Cat über das Flirten und das Gefühl, in Stimmung gebracht zu werden („Tell me why I get this feeling that you really wanna turn me on“). Die übrigen Lieder reihen sich mit Gästen wie The Weeknd und Ty Dolla $ign dazu ein. Für ihre unanständigen Songs braucht Grande die Rapper allerdings nicht. In „34+35“ reimt und säuselt sie über Sexpraktiken, als wäre sie selbst ein Rapper. Mit ihrer beeindruckenden Vier-Oktaven-Stimme und den leicht vor sich hin tänzelnden Hip-Hop-Beats schafft sie es, dabei nicht flach zu klingen, sondern immer noch wie Grande – eine neue Femme fatale.

„Positions“ — woher kommt die Inspiration zu den neuen Songs von Ariana Grande?

Ob es der heimische Lockdown war, der sie zu ihren neuen Liedern inspiriert hat, bleibt fraglich. Ebenfalls, ob diese einen echten intimen Einblick gewähren oder nur zeigen, was Ariana Grande eigentlich gern hätte: dass sich die Hörer vorstellen, wie sie und ihr Partner Dalton Gomez, ein Immobilienmakler, leben. Wie dem auch sei: Die zweite Corona-Welle ist da. Warum also nicht mal ein sexy Ariana-Grande-Album hören. (Nadja Dilger) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Paul Buck/dpa

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