Joshua Redman spielt im Sendesaal.
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Joshua Redman spielt im Sendesaal.

Saxophonist bei HR-Bigband

Joshua Redman gastiert beim HR in Frankfurt

  • vonStefan Michalzik
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Mit expressivem Ausdruck: Der Saxophonist Joshua Redman als Gast der HR-Bigband im Frankfurter Sendesaal.

Ein bunter Abend. Über das ganze Konzert hinweg nicht eine Spur der ernstlichen Irritation. Zugleich ist da nicht ein einziger Moment einer blank entertainerhaften Show oder gar einer unbotmäßigen Glätte. „Designerjazz“ – derart lautete ein Scheltwort, das Anfang der neunziger Jahre auf den Saxofonisten Joshua Redman geprägt worden ist, der seinerzeit zur jungen Generation der blitzerfolgreichen neuen „Traditionsverwalter“ zählte, die als „Young Lions“ gehandelt wurden.

Die Skeptiker ließ der x-fache Listensieger binnen kurzem verstummen. Auf der Klaviatur der Geschichte seines Instruments, von Charlie Parker, John Coltrane und Ornette Coleman bis hin zu seinem (in der Kindheit abwesenden) Vater, dem 2006 verstorbenen Free-Jazz-Pionier Dewey Redman, wusste er weitaus mehr als bloß versiert zu spielen. Seit jeher ist sein Werk gekennzeichnet von einer beständigen freisinnigen Arbeit am eigenen Stil – uneingeschränkt behauptet er seinen Rang als einer der prägnantesten zeitgenössischen Musiker auf dem Tenorsaxofon.

Das Ungestüm seines einstigen Antipoden James Carter ist dem bald 51-Jährigen seit jeher fremd gewesen. Er gab jetzt ein gefeiertes Konzert als Gastsolist der von ihrem Chefdirigenten Jim McNeely geleiteten HR-Bigband im Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt.

Mit einem warmen lyrischen Balladenton in „Circle of Life“ eröffnete Joshua Redman; gleich darauf, in „How We Do“, ist sein Spiel zupackend, auf einem Hardbop-Fundament. In „Vast“ schreibt sich seine Solostimme im modalen Fortgang immer weiter und weiter, ohne sich darüber im Nirwana zu verlieren. Gleich nach der Pause gibt es ein fulminant ausgekostetes Wetteifern von klassischer Manier zwischen Redman und Axel Schlosser an der Trompete. Später, in „Mantra #5“, klingt eine afrikanisch basierte Polyrhythmik samt Ruf und Antwort an.

Rundum abgesichertes Terrain. Vom expressiven Ausdruck bis zu Andeutungen einer Abstraktion und dann wieder einem handfesten Funkgroove: Gleich wie alleskönnerisch sich Joshua Redman präsentiert, er bleibt in jedem Moment fokussiert und intensiv, erhaben über eine chromblitzende Schau seines außerordentlichen technischen Vermögens. Im Repertoire – sämtlich eigene Stücke Redmans – finden sich fünf der sieben Titel des jüngsten Quartettalbums „Come What May“, darüber hinaus eine Handvoll älterer Nummern. Die sich durch eine gloriose formale Schlichtheit und luftige Eleganz auszeichnende Orchestrierung von Jim McNeely stellt immer wieder auch die Rhythmusgruppe, samt unbegleitetem Solospiel, in den Fokus und setzt die Bläser so prägnant wie dezent in Szene, mit grandiosen Auftritten markanter Solisten wie Heinz-Dieter Sauerborn am Altsaxophon, dem Bassisten Hans Glawischnig und Jean Paul Hochstädter am Schlagzeug.

Eine populäre Angelegenheit – immer wieder animierter Szenenapplaus – auf höchstem Niveau.

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