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Michael Rieth

Antreiber der Jazz-Debatte

Michael Rieth, Jazzkritiker und langjähriger Mitarbeiter der Frankfurter Rundschau, ist am vergangenen Freitag gestorben. Rieth gehörte zu den Erfindern einer politisch markierten, kritischen Debatte über den Jazz und die frühe Pop-Welt.

Von Hans-Jürgen Linke

Eingeschlafen“ nennt man das und setzt gern das Wort „friedlich“ dazu, um die, die wach geblieben sind, zu trösten. Michael Rieth, Jazzkritiker und langjähriger Mitarbeiter der Frankfurter Rundschau, ist am vergangenen Freitag gestorben, nach dem ersten Abend des Frankfurter Jazzfestivals, das früher „Deutsches Jazzfestival“ hieß und seit je zu seinen Lebensmittelpunkten gehörte.

Als Musikkritiker mit Schwerpunktsetzung im aktuellen Jazz war Rieth ein Vierteljahrhundert lang meinungsstarker, debattenfreudiger und kenntnisreicher Autor im Feuilleton der Frankfurter Rundschau. Er war darüberhinaus Schauspieler, Dramaturg, Produzent, Musiker und Autor mehrerer Lyrik-Bände sowie einer Biographie des Frankfurter Musikers und Impresarios Horst Lippmann, dem Mit-Erfinder des Deutschen Jazzfestivals und Gründer der legendären Agentur Lippmann + Rau, die den Blues nach Europa und Jimi Hendrix und die Stones nach Deutschland brachte.

Wie Horst Lippmann war auch Michael Rieth Angehöriger einer Art Gründerzeit-Generation. Er gehörte zu den Erfindern einer politisch markierten, kritischen Debatte über den Jazz und die frühe Pop-Welt und ging dem zunehmenden Glamour dieses Mikrokosmos später nie auf den Leim.

Dass man mit dieser Haltung keine irdischen Reichtümer aufhäufen würde, nahm er ohne anklagenden Gestus in Kauf. Wir trauern mit seiner Partnerin, der Choreografin Marie-Luise Thiele, um ihn.

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