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Anne-Sophie Mutter in der Alten Oper Frankfurt: Star vor vollem Haus

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Von: Bernhard Uske

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Anne-Sophie Mutter glänzt in der Alten Oper

Man kann auch mit den Namen Mendelssohn Bartholdy, Brahms und Dvorák ein unvertrautes Konzert gestalten: mit der „Die schöne Melusine“-Ouvertüre, dem Doppelkonzert für Violine und Violoncello sowie der d-Moll-Sinfonie Nr.7. Und trotzdem einen voll ausgelasteten Großen Saal in der Alten Oper haben, wie es jetzt beim Gastspiel des London Philharmonic Orchestra bei Pro Arte der Fall war. Weder der Name des Dirigenten (Edward Gardner), noch der des Cellisten (Pablo Ferrandez) hätten das alleine zustande gebracht. Es war Anne-Sophie Mutter, die die lange nicht mehr gekannte Atmosphäre des „vollen Hauses“ ermöglichte. Der Weltstar hält weiterhin, was seine seit gut vierzig Jahren etablierte Marke der karajan-geadelten violinistischen Beauty mit schulterfreiem Auftritt verspricht: solide, formschöne und hoch virtuose Geiger-Qualität, die immer noch bei den Könnerinnen und Könnern der nächsten Generation mithalten kann. Mit einem solchen Cellisten, dem 31-jährigen spanischen Pablo Ferrandez, teilte sich Mutter die Solo-Partie beim Brahms-Doppelkonzert, deren Schwerpunkt sich allein schon im hingebungsvollen Dauer-Aufblicken des sitzenden Cellisten zur stehenden Geigerin zeigte.

Besonders konsistent präsentierte sich der thematisch gespaltene solistische Klangkörper im Verein mit dem sehr flüssigen Ansatz der Londoner Philharmoniker und Philharmonikerinnen.

Die Darbietung der „Melusine“-Ouvertüre war ein Muster an biegsamer und behender Diktion. Dvoráks herb formatierte d-Moll-Sinfonie bot dem LPO dann Gelegenheit zu vollumfänglicher orchestraler Virtuosität. Spielfreude und zielorientierte Dramaturgie gab das Dirigat des 48-jährigen Gardners vor: wenig Ruhe, wenig Leichtigkeit, dafür um so mehr blockhafte Tuttibildungen.

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