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alt-J besingen große Gefühle - und Krypto-Währungen

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Besonderer Name, ungewöhnliche Sounds und ausgefallene Themen: Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green sind alt-J. © George Muncey/BMG/Infectious/dpa

Was lange währt, wird endlich gut: Knapp fünf Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung legt die Indie-Band alt-J Studioalbum Nummer vier vor. Musikalisch wie textlich hat es „The Dream“ in sich.

Berlin - Mit ungewöhnlichen Sounds, einem Delta-Dreieck als Erkennungszeichen und einem Bandnamen, der auf eine Tastenkombination bei Apple-Computern anspielt, bekleiden alt-J einen besonderen Platz in der Indie-Szene.

Ausgefallen sind oft auch die Themen, über die sie singen. Große Gefühle, Krypto-Währungen und ein ganz besonderer Festivalbesuch kurz vor Corona-Beginn sind es etwa auf dem neuen Album „The Dream“.

Auf das Datum genau besinge er den 1. Januar 2020, erklärt Frontmann Joe Newman im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Als ich anfing, 'U&ME' zu schreiben, dachte ich, oh, das ist so ein schöner Song. Und dann begann die Pandemie, und der Text bekam eine andere Bedeutung.“

Das markante Gitarrenriff des Songs nimmt Anleihen bei einer Musikrichtung, die man gar nicht unmittelbar mit dem klinisch sauberen Sound der Briten verbindet. Newman selbst vergleicht ihn mit Grunge aus den Neunzigern. „Er hat einen gewissen Vibe, und wir dachten zuerst, dass er ein bisschen wie von der Band Eels klingt.“

„Hard Drive Gold“ widmet sich dem Hype um digitale Währungen. „Es ist ein augenzwinkernder Blick auf die Hysterie rund um Krypto-Währungen, und er thematisiert, wie es wäre, in der Schule Millionär zu werden.“ Genau das sei der Traum vieler Kinder und Jugendliche heutzutage, ist sich Newman sicher.

Aber auch Fans ruhigerer alt-J-Stücke kommen bei „The Dream“ auf ihre Kosten. Etwa „Get Better“ reiht sich ohne weiteres in diese Kategorie ein. Der knapp sechsminütige Song wirkt gleichzeitig melancholisch und ermutigend.

Ursprünglich habe er den Refrain geschrieben, um seine Partnerin von Regelschmerzen abzulenken, so Newman. Die Strophen seien beeinflusst von der Pandemie - genau genommen von der Isolation, den täglichen Nachrichten über Todesfälle und von Verlust. Mit dem Song wolle er auch Menschen in Pflegeberufen Respekt zollen, betont der Gitarrist und Sänger. „Weil ich jeden Tag von ihrer Tapferkeit bewegt bin.“ dpa

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