Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Boris Blank und Dieter Meier von Yello.
+
Boris Blank und Dieter Meier von Yello.

Yello in der Festhalle

Alles wie aus einem Guss

  • vonStefan Michalzik
    schließen

Die achtziger Jahre in Ton und Bild: Boris Blank und Dieter Meier in Frankfurt, eigentlich wie immer.

So viele scheinen dann doch nicht darauf gewartet zu haben. Nach einer ersten Auftrittsserie im Oktober vergangenen Jahres sind Yello nun erstmals seit der Gründung vor 38 Jahren auf Tournee, es sind die großen Hallen gebucht worden – für das Konzert in der Frankfurter Festhalle vermeldet der Veranstalter gerade mal 4000 Zuschauer (bei maximal 15 000 möglichen). Praktisch sämtlich im fortgeschrittenen Alter, die jüngeren Generationen scheinen sich für die Elektropop-Avantgarde von einst nicht zu interessieren.

Nun klingt das Duo um die beiden verdienten alt-coolen Socken aus der Schweiz, Boris Blank (65, auf einmal nicht mehr bühnenängstlich, Musik) und Dieter Meier (72, Texte und sonor knarziger rezitativischer Sprechgesang), auch nicht besonders heutig. Sie spielen kräftig neuere Songs, allein sieben vom jüngsten Studioalbum „Toy“ (2016). Doch da ist nichts, was überraschend wirken würde. Alles wie aus einem Guss, neu und alt: Das ist der Sound aus den achtziger Jahren – und die durchgehend mitgelieferte Bildästhetik der hektisch schnellen Schnitte im Remix zeigt sich genauso zeitgeprägt. Ein Konzert mit Yello ist auch eine (Selbst-)Hommage an das Musikvideo als populäre (und von Yello mitgeprägte) Kunstform.

Ein recht ansehnliches Konzert

Dem Anspruch eines immerwährenden Avantgardismus wird, siehe auch Kraftwerk, nicht so leicht jemand gerecht. Abgesehen davon aber ist es ein recht ansehnliches Konzert, mit einer zehn Musiker zählenden Begleitband samt fünfköpfiger Bläsergruppe, zwei Backgroundsängerinnen und einem Perkussionisten. Im Duett „Starlight Scene“ von „Toy“ erinnert Meiers Stimme ein wenig an den späten Johnny Cash. Die gleichfalls aktuelle Nummer „Kiss the Cloud“ um den zweiten Gast, die exzentrische chinesische Sängerin Fifi Rong, nimmt mit ihrer Chinoiserie den Strang der ethnomusikalischen Bezüge zwischen lateinamerikanischen afrikanischen Rhythmen auf.

Eine saubere Sache. Eine satte, in ihrer Art schnörkellose Show, mit gelegentlichen Spielereien im effektmachenden quadrophonischen Sound. Beileibe nicht jede Nummer ist stark, langweilig aber wird es nicht über zwei Konzertstunden – von wenigen Umstellungen abgesehen bis in die Ansagen identisch mit dem gerade veröffentlichten Live-Album.

Wie das ohne die Bilder ausgesehen hätte, einfach nur Yello mit Band, sozusagen visuell unplugged, das steht dahin. Die pointierte Präsenz der beiden Protagonisten hat in der klassischen Phase eine fundamentale Rolle gespielt. Im Konzert nun konkurriert die Präsenz der jungen Musiker in den Videos mit jener der beiden älteren auf der Bühne. Gleichstand ist da immerhin kein übles Ergebnis.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare