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Cat Power.
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Cat Power.

Cat Power „Covers“

Album „Covers“ von Cat Power: Nach ihren Vorstellungen

  • VonChristina Mohr
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Cat Power mit eigenwilligen, kraftvollen Cover-Versionen.

Auf dem Cover von „Covers“: Eins von Chan Marshalls geliebten Jeanshemden, aus der Brusttasche lugen ein Bleistift und ein Reisepass. So dezent diese Bildsprache auch wirken mag, zeigt sie doch die Haltung, die Marshalls elfte Platte als Cat Power auszeichnet. Die Songs anderer Leute zu spielen, sich diese anzueignen, ist fester Bestandteil des musikalischen Selbstverständnisses der aus Atlanta stammenden Singer-/Songwriterin und Gitarristin.

Eine Reise durch Epochen

Auf fast allen ihren Alben befinden sich Coverversionen, mit „The Cover Album“ und „Jukebox“ veröffentlichte Marshall bereits reine Coveralben, nun erscheint mit „Covers“ das dritte. Um auf den Bleistift und den Reisepass zurückzukommen: Cat Power reist durch musikalische Epochen – „Covers“ spannt den Bogen von den 1940er Jahren bis zur Jetztzeit – und erlaubt sich, die Stücke nach ihren Vorstellungen umzugestalten und umzuschreiben.

Keinesfalls erwarten darf man das möglichst originalgetreue Nachspielen von Bekanntem: Oft streicht Cat Power elementare Teile aus den Songs, man denke an ihre verblüffende Idee aus dem Jahr 2000, „(I Can’t Get No) Satisfaction“ zu singen – ohne die von Mick Jagger herausgeschrieene ikonische Zeile. Eine krasse „Beschneidung“ dieser Hymne viriler Frustration, die dem Song scheinbar die Kernaussage nahm, diese aber nur umso deutlicher hervortreten ließ.

Das Album:

Cat Power: Covers. Domino.

Anders und doch ähnlich verfährt Cat Power heute mit Nick Caves Song „I Had A Dream Joe“: Sie lässt die Cave-typische, ausladende Schauerpoesie weg, wiederholt dafür die Titelzeile suggestiv und erzielt damit eine ganz eigene unheilvolle Atmosphäre. Sich vom Original zu entfernen und paradoxerweise so dessen Innerstes hervorzuholen, gelingt Cat Power mit fast allen Stücken, derer sie sich auf „Covers“ annimmt – die man ergänzend in den von ihren Urhebern und Urheberinnen erdachten Form ebenfalls anhören sollte. Braucht ein wenig Zeit, lohnt aber den Aufwand.

In der Jazz-inspirierten Bearbeitung von Frank Oceans „Bad Religion“ ändert Cat Power nur wenige Worte (singt beispielsweise „praise the lord“ statt „Allahu akhbar“), dreht Oceans verzweifelte Sehnsucht in melancholisch-dunkle Kraft um. „White Mustang“ von Freundin und Kollegin Lana Del Rey wandelt sich von der nostalgischen Schmachtballade zum lässigen feministischen Manifest.

Marshall findet eine Balance aus Klassikern wie Billie Holidays „I’ll Be Seeing You“ oder „These Days“ (geschrieben von Jackson Browne, gesungen von u.a. Nico) und weniger naheliegenden Songs wie „Endless Sea“ von Iggy Pop oder „Here Comes A Regular“ von den Replacements. Mit ihrer fantastischen Interpretation von „Pa Pa Power“ verhilft sie Schauspielstar Ryan Goslings bisher nur Insidern bekannten Band Dead Man’s Bones gar zum Popularitätsschub.

Nicht immer übertrifft Cat Power die Originale respektive die populärsten Versionen der ausgewählten Songs: Bob Segers „Against The Wind“ verliert durch Marshalls minimalistisches Arrangement und träge-zurückgenommene Vocals viel von seiner trotzigen Kraft. Auch die Version vom Pogues-Song „A Pair Of Brown Eyes“ irritiert zunächst, weil Shane MacGowans Säuferstimme einen nur schwer zu verschiebenden Standard setzte.

Doch ganz überwiegend überzeugen Cat Powers eigenwillige Versionen: Marshalls Künstlerinnenname lässt zwar an eine Katze denken, wurde aber von einem Caterpillar-Bulldozer inspiriert.

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