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Kein Klaviertrio: Pianistin Aki Takase zwischen Michael Griener (l.) und Christian Weber. Foto: Stefanie Marcus
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Kein Klaviertrio: Pianistin Aki Takase zwischen Michael Griener (l.) und Christian Weber.

Trio-Album

Aki Takase, Michael Griener, Christian Weber: Mit aufmerksamem Auge

  • VonHans-Jürgen Linke
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Aki Takases kollektives Trio und die Überraschung einer innovativen Musik in traditioneller Besetzung.

Die Trio-Besetzungen, die zurzeit den europäischen Jazz prägen, kann man längst nicht mehr an Händen abzählen – wahrscheinlich würden zehn Finger nicht einmal für die Klaviertrios unter ihnen genügen. Jedes dieser Trios findet und geht eigene Wege, probiert äußerst differenzierte und neuartige Klang-Strategien, Spiel- und Kompositionsweisen. Und jedes von ihnen ist auf eigene Weise aufregend und innovativ.

Das Trio „Auge“ um die Berliner Pianistin Aki Takase ist eines von ihnen, und konsequenterweise streitet Aki Takase auch ab, dass es sich überhaupt um ein Klaviertrio handelt. Was damit zusammenhängt, dass die Namensgebung bei Trios häufig eher dem Marketing geschuldet ist als den musikalischen Verhältnissen. So besteht sie auf der Kategorisierung als „kollektives Trio“.

Das Album

Aki Takase, Michael Griener, Christian Weber: Auge. Intakt Records. www.intaktrec.ch

Natürlich kommt man auch unter dieser Voraussetzung nicht an der seit fast schon Menschengedenken umtriebigen und profilierten Pianistin vorbei, und natürlich prägen ihre kompositorisch-spielerische Raffinesse, ihr Humor, ihre melodischen Sinnlichkeiten und ihr weit und tief reichendes musikalisches Geschichtsbewusstsein die Band. Aber die anderen beiden, Michael Griener, Schlagzeug, und Christian Weber, Bass, haben in jeder Hinsicht vergleichbare künstlerische Schulterhöhe. Griener hat schon seit Jahren oft mit Aki Takase gespielt und nicht selten mit dem Schweizer Christian Weber, der seinerseits auch unter anderem noch einem weiteren prominent benamten Nicht-Klaviertrio zugerechnet werden kann, nämlich dem Michael-Wollny-Trio.

„Auge“ bildet eine Konstellation, in der jede und jeder gleich wichtig, initiativ, führend oder mit-spielend ist. Viele der Stücke basieren auf gemeinsamer Improvisation, manches geht von komponiertem Material aus, aber das erklärt und beschreibt nichts Zentrales. Die Musik schreitet unabhängig von solchen (nur scheinbar prinzipiellen) Fragen und Zuweisungen voran, ob sie nun (wie vier der Stücke) auf Kompositionen der Pianistin basieren, auf einer Duo-Spielerei zwischen Aki Takase und Michael Griener („Are Eyes Open?“) oder auf einer kollektiven Produktionsweise.

Jedes Stück ist ein sorgfältig geschliffener, vielkantiger, hoch verdichteter und äußerst eigenständig geformter Edelstein. Und stets ein Produkt aus drei Eigenständigkeiten mit einer kollektiven Transparenz. Alle 14 Stücke auf dem Album sind von liedhafter Lakonie, von Präzision und immer wieder überraschender Klischeelosigkeit geprägt. Es gibt klare Anfänge, die sich manchmal als Expositionen positionieren und jeglicher Durchführungsarbeit große Freiheiten lassen. Es gibt immer ein strukturiertes Ende, das nicht auf dem langsamen Auslaufen der gemeinsamen Energie basiert. Es gibt erstaunliche Klangkonstellationen, Verdichtungen, Entfaltungen, energetische Silhouetten. Jeder Augenblick dieser Musik offenbart einen großen Reichtum an Haltungen und Wendungen, man möchte keinen einzigen davon versäumt haben.

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