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Tetzlaff beim Rheingau-Festival

Ahnen und fließen

  • VonBernhard Uske
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Die Engel spielen Harfe - der Teufel spielt Geige: Christian Tetzlaff spielte Mendelssohn Bartholdys e-Moll-Konzert mit der dämonischen Virtuosität, die dem Komponisten angeraten zu sein schien.

Die Engel spielen Harfe oder Posaune - der Teufel spielt Geige. Die Geige ist eigentlich männlich. Vor Anne Sofie Mutter gab es an großen weiblichen Namen nicht viel mehr als Erica Morini oder Ida Handel, und auch die strichen das singende Holz fester und direkter als viele ihrer heutigen Kolleginnen.

Ein Mann spielte beim Rheingau Musik Festival in Wiesbaden im Konzert des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin Felix Mendelssohn Bartholdys e-Moll-Konzert: Christian Tetzlaff. Und er tat es mit genau der dämonischen Virtuosität, die dem Komponisten bei der Vertonung eines Konzerts für Violine angeraten zu sein schien. Kein endloses Ziehen der Töne, keine verwehende Hingabe, sondern ein fester und doch so geschmeidiger Ton, wie ihn eben nur die Geige zuwege bringt, war das Erlebnis. Großartig die Intervallkaskaden, die jagenden Läufe hinauf in die hymnisch ausgestellten Höhen. Makellos die Rasanz des Finales.

Das Konzert war das vertrauteste Werk der ansonsten ungewöhnlichen Programmfolge, die zu Beginn Anton Weberns "Passacaglia op.1" brachte, gefolgt von Franz Schrekers großem "Nachtstück" aus der Oper "Der ferne Klang" von 1912 - eine Musik mit traumatischen Qualitäten. Zuletzt Claude Debussys "La Mer" als granulierte Formgebung, die sich ständig anders zu verflüssigen versteht.

Für die Konstruktivität des Geahnten und Verfließenden hatte Ingo Metzmacher, der neue Chef des DSO Berlin, die schönste Balance gefunden. Seine neuen Kombattanten wussten sie glänzend umzusetzen.

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