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Ach, da kommt der Meister!

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Antonio Pappano in der Alten Oper Frankfurt.
Antonio Pappano in der Alten Oper Frankfurt. © Tibor-Florestan Pluto / Alte Oper Frankfurt

Antonio Pappano, das Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und die Violinistin Lisa Batiashvili in der Alten Oper Frankfurt.

Sir Antonio Pappano ist ein Dirigent, den man immer wieder auch sehen möchte, obwohl er selbst darauf keinen Wert zu legen scheint. Beim Konzert mit seinem Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom in der Alten Oper Frankfurt war er nun wie immer die personifizierte Entspanntheit. Dabei (deswegen) ist er keineswegs der Mann, dem die Musiker durcheinandergeraten können, wie es in seinem Metier Goethes Zauberlehrling geschieht.

Das wahrlich zauberische Scherzo von Paul Dukas, „L’apprenti sorcier“, eröffnete den Abend, und während Pappano da stand, als gebe er lediglich ein paar Hinweise, säuselte und sauste das Orchester wie am Schnürchen durch Zauberlehrlings Alptraum. Den der Komponist am Ende grandios mit wenigen klärenden Akkorden auflöst: Der Meister ist offensichtlich heimgekehrt und macht dem Spuk ein Ende.

Wie Dukas’ fällt auch Jean Sibelius’ 150. Geburtstag in dieses Jahr. Sein Violinkonzert spielte am selben Ort vor wenigen Wochen erst Anne-Sophie Mutter(mit dem Danish National Symphony Orchestra) und die jüngere Lisa Batiashvili näherte sich dem recht teuflischen Virtuosenstück doch etwas vorsichtiger, verhaltener. Nötig hat sie das nicht, makellos der Auftritt, fulminant der Irrsinnstanz zum Finale, vergebens hingegen die redlichen Versuche des Publikums, eine Zugabe zu erklatschen.

Mehr erzählende Musik folgte nach der Pause mit Modest Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“ in Maurice Ravels hier besonders delikat, farbenreich wirkender Orchesterfassung. Auch den entschlossenen Paukenspieler des römischen Orchesters möchte man sehen (und eigentlich auch hören, denn da muss etwas zu hören sein), das wusste man nur vorher noch nicht.

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