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The 1975 haben eine prominente Mitstreiterin angeheuert.

The 1975

Greta nervt - eine muss es ja tun

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Die Band The 1975 holt die Klimaaktivistin Greta Thunberg ins Studio und nimmt mit ihr ein Stück auf. Es ist eine vertonte Greta-Rede.

Die Band The 1975 wurde, anders als der Bandname vermuten lässt, von Matthew Healy, George Daniel, Adam Hann und Ross Macdonald 2002 als Schülerband gegründet. Als eher klassische britische Gitarrenband waren sie mit dem, was sie taten, stilistisch etwas spät dran in einer Zeit, in der Popmusik überwiegend als rhythmischer Sprechgesang reüssiert. Erfolgreich waren sie aber trotzdem, 2013 gelangte ihr Stück „Chocolate“ in die Charts, auch wenn die Zeitschrift „New Musical Express“ zuvor wenig Freundliches über The 1975 geschrieben hatte.

Mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg im Studio

Das mit dem Sprechgesang holen sie nun aber nach, und sie haben dafür eine prominente Mitstreiterin angeheuert. Oder war es umgekehrt? Im Juni ist die Band jedenfalls mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg in Stockholm ins Studio gegangen, wo sie gemeinsam ein Stück aufgenommen haben, das mehr oder weniger eine vertonte Greta-Rede ist. „Wir stehen am Anfang einer klimatischen und ökologischen Krise, und wir müssen die Dinge beim Namen nennen“, sagt Greta in eindringlicher Diktion gleich zu Beginn, um dann mit ihrer kompletten umweltpolitischen Agenda fortzufahren. Die Politik muss sich verändern wie die Verhältnisse, aber wir müssen uns auch verändern. Der Greta-Sound eben, am Ende ist auch zart-aufrührerisch von einer notwendigen Revolte die Rede.

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Bemerkenswert ist die Aufnahme nicht zuletzt deshalb, weil Greta weder aufgeregt noch emphatisch spricht, sondern sich in klarer und pointierter Tonlage artikuliert. Je länger dieser poetische Singsang vor sich hinplätschert, desto dringlicher erscheint er. Ein wenig fühlt man sich an den Sprechgesang Donovans erinnert, dessen Stück „Atlantis“ ja ebenfalls von einer Umweltkatastrophe handelt, einem verschwundenen Kontinent.

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„Greta nervt“ steht als Überschrift über diesem Text, aber das ist nicht als geschmäcklerische Missfallensbekundung zu verstehen. Eher handelt es sich bei dem Stück mit der Band The 1975 um Gretas Verwandlung in eine Sirene, an der die sich aufgeklärt wähnende Gesellschaft vorbeifahren muss, um die Botschaft zu vernehmen. Odysseus ließ sich an den Mast fesseln. Er musste hören, ohne dem Klang der Sirenen verfallen zu können. Viele hören Greta und machen weiter wie bisher. Deshalb will Greta nerven. Eine muss es ja tun.

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