Weiß-blaue Zeitreise

Museum der Bayerischen Geschichte öffnet

Eine Landkarte von Bayern. Foto: Armin Weigel
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Eine Landkarte von Bayern. Foto: Armin Weigel
Das Hemd eines Überlebenden des Konzentrationslagers in Dachau. Foto: Armin Weigel
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Das Hemd eines Überlebenden des Konzentrationslagers in Dachau. Foto: Armin Weigel
Mittelalter und Moderne, Kontrast und Harmonie: das neue Museum und der Dom in Regensburg. Foto: Armin Weigel
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Mittelalter und Moderne, Kontrast und Harmonie: das neue Museum und der Dom in Regensburg. Foto: Armin Weigel
Bier und Bayern - das gehört zusammen. Foto: Armin Weigel
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Bier und Bayern - das gehört zusammen. Foto: Armin Weigel
Gut gebrüllt: der Oktoberfest-"Löwenbräu-Löwe". Foto: Armin Weigel
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Gut gebrüllt: der Oktoberfest-"Löwenbräu-Löwe". Foto: Armin Weigel
Eine Büste von Franz Josef Strauß. Foto: Armin Weigel
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Eine Büste von Franz Josef Strauß. Foto: Armin Weigel
Das legendäre Goggomobil im Haus der Bayerischen Geschichte. Foto: Armin Weigel
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Das legendäre Goggomobil im Haus der Bayerischen Geschichte. Foto: Armin Weigel
Eine Theaterkulisse des Schlierseer Bauerntheaters. Foto: Armin Weigel
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Eine Theaterkulisse des Schlierseer Bauerntheaters. Foto: Armin Weigel

Das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg schickt seine Besucher durch 200 Jahre Historie voller Höhen und Tiefen. Die Ausstellung ist humorvoll und unterhaltsam - ohne dabei zu tief in weiß-blauer Glückseligkeit zu schwelgen.

Regensburg (dpa) - Endspurt am Regensburger Donaumarkt: Dem neuen Museum der Bayerischen Geschichte verpassen Handwerker dieser Tage den letzten Schliff.

Am 4. Juni wird Ministerpräsident Markus Söder das Haus bei einem Festakt eröffnen. Direktor Richard Loibl spricht von einem der modernsten Museen Europas. Bau und Ausstattung hätten etwa 95 Millionen Euro gekostet, sagte er kurz vor der Eröffnung.

Die Dauerausstellung auf etwa 2500 Quadratmetern Fläche ist chronologisch und thematisch gegliedert. Los geht es mit der Zeit Bayerns unter Napoleon, eine Zeit blutiger Kriege mit Tausenden Todesopfern. Es folgt der Wechsel zum Verfassungsstaat, Bayerns Könige schwören von nun an auf die Verfassung und zeigen damit: Bayern ist eine konstitutionelle Monarchie mit einer begrenzten Macht des Königshauses.

Der Prunkschlitten Ludwigs II. erinnert an den Märchenkönig, seine Taschenuhr zeigt - möglicherweise - dessen Todeszeitpunkt. Der König trug die Uhr bei sich, als er im Starnberger See ertrank. Sie blieb am Todestag im Juni 1886 um 18.54 Uhr stehen.

Industrialisierung, Theater, Landwirtschaft, Handel, Verkehr - die Ausstellung deckt ein breites Spektrum ab. Bayerisches Bier wird zum Exportschlager.

Der Erste Weltkrieg sorgt für eine scharfe Zäsur. Das Maschinengewehr 08/15 steht im Museum symbolisch für den Krieg, dem zehn Millionen Menschen zum Opfer fallen. Ein weiteres Kapitel ist dem Nationalsozialismus gewidmet, der in München seinen Anfang nahm. Das Hemd eines Überlebenden des Konzentrationslagers in Dachau haben dessen Nachkommen dem Museum zur Verfügung gestellt. Es folgen: das Wirtschaftswunder, die Olympischen Spiele in München, die Wendejahre.

Wissenschaftlich fundiert, aber auch mit reichlich Selbstironie und Augenzwinkern erleben Besucher auf diese Weise die Entwicklung Bayerns von 1800 bis in die Gegenwart. Ein 20-minütiger Videofilm, in dem Moderator Christoph Süß vom Bayerischen Rundfunk in die Rollen historischer Figuren schlüpft, zeichnet die Jahre davor nach. Insgesamt können Besucher also 2000 Jahre Geschichte erleben. Interaktive Stationen, ein Museumsladen und ein Wirtshaus runden das Angebot ab.

Nach heftigen Debatten in Regensburg um die Architektur des Museumsbaus scheint nun die Neugierde der Menschen zu überwiegen. Jedenfalls sind Führungen schon weit in den Sommer hinein gebucht worden, wie Direktor Loibl sagte. Ursprünglich hätte das Museum schon im November 2018 fertig sein sollen. Doch ein Brand auf der Baustelle im Sommer 2017 hatte den Zeitplan durchkreuzt und einen Millionenschaden verursacht.

Haus der Bayerischen Geschichte

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