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Monika Gruber mit eigener Sendung im ZDF

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Monika Gruber, die lustigste Frau im deutschen Fernsehen.
Monika Gruber, die lustigste Frau im deutschen Fernsehen. © dapd

Monika Gruber ist die lustigste Frau im deutschen Fernsehen, kann aber auch ernst sein. Seit Jahren ist sie in Bayerischen Rundfunk erfolgreich, jetzt bekommt sie mit "Leute, Leute!" ihre eigene Sendung im ZDF.

Von Daniela Zinser

Sie ist die lustigste Frau im deutschen Fernsehen. Sie ist nicht schrill, nicht verkleidet, sie parodiert niemanden. Sie erzählt einfach, was sie so erlebt, hört und sieht, was sie ärgert, und all das mit großartigen Pointen und einer klaren Haltung. Deutlich und gern deftig ist das, aber mit einem Streicheln. Bayerisch eben. Seit zehn Jahren ist Monika Gruber in ihrer Heimat damit sehr erfolgreich, im Bayerischen Fernsehen und auf der Bühne. Jetzt bekommt sie ihre eigene Sendung im ZDF. Ein Mal im Monat, dienstags um 22.45 Uhr, nimmt sie sich in „Leute, Leute!“ die Promis vor und all die „taff, exclusiv, Leute heute, Prominent!“-Magazine, die den Boulevard pflastern.

Durchscheinende Gesellschaftskritik

Zum Gespräch ins Hotel in Köln kommt sie direkt von den Proben für die neue Satireshow. Es ist spät geworden, sie war noch nicht mal auf ihrem Zimmer. Doch am Kaminfeuer ist von Erschöpfung die nächsten Stunden nichts zu merken. Sie ist aufmerksam, hört zu, sie hat etwas zu sagen. Das ist das Besondere an Monika Gruber. Sie will etwas erreichen mit ihren Texten, in denen Gesellschaftskritik durchscheint. Auch bei „Leute, Leute!“ soll das so sein. Die Welt wird von Promis überschwemmt, all die Castingshows und Modelsucherei kreieren ständig neue Pseudo-Stars. „Es kommt nur darauf an, geradeaus über einen Laufsteg zu wackeln“, sagt Monika Gruber. „Meine Mutter hätte gesagt: ‚Klemm dein’ Arsch hinter die Schulbank und schau, dass du das Abitur gescheit machst!‘“

Die Mahma und der Bappa spielen eine wichtige Rolle bei Monika Gruber, in ihren Geschichten und privat. So oft es geht, fährt sie zum Bauernhof in Tittenkofen bei Erding, wo sie mit zwei jüngeren Brüdern aufgewachsen ist. Dort wird dann darüber gesprochen, was die Nichten und Neffen machen, ob der Nachbarn krank ist und wer gestorben ist. Als sie von ihrer ZDF-Sendung erzählt, sagte ihr Vater nur: „Brauchd’s des?“ Sie habe doch eh schon so viel zu tun. Für ihn war es das Größte, dass sie auf Bayern1 zum lustigsten Bayern gewählt wurde. Das ist sein Radiosender, den hört er immer auf dem Traktor.

Das zählt, sagt Monika Gruber, dass du Menschen hast, auf die du dich verlassen kannst und dass du weißt, worauf es ankommt: Herz und Hirn. „Was ich jetzt alles machen darf, das ist großartig und erfüllt mich mit Demut. Aber ich weiß auch, wenn es jetzt von heute auf morgen in dem Beruf nicht mehr funktionieren würde, würde mich das nicht in ein allzu großes Loch stürzen“, sagt sie.

Ein Fernsehjunkie war sie schon immer, und sie wollte auch schon immer Schauspielerin werden. „Ich dachte in meiner ländlich-naiven Art, das wird schon irgendwann passieren, wenn ich mir das wünsche“, sagt Monika Gruber. Erstmal hat sie was Solides gelernt: Europasekretärin. Fünf Jahre hat sie bei einer amerikanischen Computerfirma im Büro gesessen und für den Vizepräsidenten das Vorzimmer gemacht. Doch irgendwann mit Ende zwanzig sagte sie sich: „Gruberlein, wenn du so weitermachst, kommst du nie an dein Ziel.“

Also ab auf die Schauspielschule in München, danach ging es hurtig. Als „Kellnerin Monique“ trat sie im Bayerischen Fernsehen auf und zum ersten Mal allein auf der Bühne, vor 30 Leuten. Derzeit tourt sie mit dem vierten Soloprogramm, jetzt sind es 3?000 Zuschauer. Zudem gehört sie neben Bruno Jonas und Rick Kavanian zum Ensemble der BR-Satireshow „Die Klugscheisser“.

Großer Pastewka-Fan

Als Schauspielerin ist sie ab 7. März in neuen Folgen von Franz Xaver Bogners großartiger Serie „München 7“ mittwochs in der ARD zu sehen. Im Herbst kommt dann der Film „Vatertage“ ins Kino, mit Heiner Lauterbach (als ihr Vater) und Sebastian Bezzel (als ihr Bruder). Unsicherer ist sie noch bei der Schauspielerei, sagt Monika Gruber, die „große Zweiflerin“.

Lachen kann sie über viele ihrer Kollegen, von Ingo Appelt und Atze Schröder, über Olaf Schubert, Hagen Rether bis Volker Pispers. Und sie ist ein großer Fan von „Pastewka“. Von ihr erwarten die Leute gern mal, dass sie immerzu gut gelaunt ist und zu jedem Satz einen Gag raushaut. Mit ihrer besten Freundin, deren und ihrer Mutter saß sie einmal an der Bar eines Wellnesshotels, als eine fremde Frau an den Tisch kam und sagte: „Jetzt muss ich doch mal schauen, ob Sie privat auch so lustig sind. Im Moment sieht es ja nicht so aus.“ Die lustigste Frau im Fernsehen kann eben auch ernst sein.

Leute, Leute!, Dienstag 22.15 Uhr, ZDF

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