Philipp Ruch

Mehr Emotionen

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Die Bundeszentrale für Politische Bildung lädt den Philosophen und Politaktivisten Ruch aus

Die Bundeszentrale für Politische Bildung hält vom 7. bis zum 9. März in Leipzig ihren 14. Bundeskongress ab. Die Tagung steht unter dem Motto: „Was uns bewegt! Emotionen in Politik und Gesellschaft.“ Dazu haben die Organisatoren zahlreiche Sektionen zusammengestellt, zu denen jeweils zwischen vier und sechs Referenten und Referentinnen eingeladen wurden. Experten, Autoren, Schriftsteller und Wissenschaftler. In den Sektionen geht es um Themen wie „Gender und Race. Emotionen als Mittel zur Machtentfaltung“. Oder: „Emotionen und Politik: Stimmungen statt Argumente?“

Ob der Philosoph Philipp Ruch für diese oder eine andere Sektion als Gast vorgesehen war, wissen wir nicht. Er wurde nach erfolgter Einladung auf Geheiß des Bundesinnenministeriums als Teilnehmer wieder ausgeladen. Als Grund gab das Bundesinnenministerium ein Gerichtsverfahren an, das derzeit gegen Ruch laufe. „Als staatliche Behörde“, zitiert Stern.de einen Sprecher des Ministeriums, „gilt es für uns zu vermeiden, unmittelbar oder auch möglicherweise mittelbar auf ein laufendes Verfahren einzuwirken.“ Ruch hingegen sagt, er wisse nichts von dem Verfahren. Die Bundeszentrale für Politische Bildung bestätigte der FR am Mittwoch die Ausladung Ruchs durch das Ministerium.

Philipp Ruch ist auf dem Gebiet der politischen Leidenschaft ein ausgewiesener Fachmann. Mit den Kunstaktionen seines Zentrums für Politische Schönheit hat er immer wieder wechselseitig die Grenzen zwischen künstlerischer Aktion und unmittelbarer politischer Zudringlichkeit überschritten. Am spektakulärsten mit der Nachbildung des Berliner Holocaustmahnmals vor dem Haus des thüringischen AfD-Politikers Björn Höcke.

War es die Idee des Bundesinnenministers, mit der Ausladung Ruchs diesmal einen eigenen Beitrag zur politischen Emotionalisierung zu leisten?

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