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Markus Lanz im Gespräch mit seiner Runde im ZDF. Das Thema: Corona.
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Markus Lanz im Gespräch mit seiner Runde im ZDF. Das Thema: Corona.

TV-Kritik

Markus Lanz (ZDF): Virologe Kekulé bezeichnet Astrazeneca-Impfstoff als Mittel „zweiter Klasse“

  • VonMichael Meyns
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Markus Lanz lässt in seiner ZDF-Talkshow mal wieder über Corona diskutieren. Virologe Alexander Kekulé lässt an dem Impfstoff von Astrazeneca kein gutes Haar.

  • Corona ist nach wie vor das Hauptthema in den Talkshows von ARD und ZDF.
  • Im ZDF diskutiert Markus Lanz am 23.02.2021 erneut über Corona.
  • Der Virologe Alexander Kekulé zieht bei Markus Lanz den Vergleich zu Israel, wo die Impfungen deutlich besser laufen als in Deutschland.

Hamburg - Im Land der Corona-Impfträume begann die Sendung von Markus Lanz: Israel. Kein anderes Land der Welt ist weiter mit den Impfungen, was gerade dem technologisch und organisatorisch so fortschrittlichen Deutschland sauer aufstoßen muss. Aus Tel Aviv war Michael Bewerunge zugeschaltet, der Leiter des dortigen ZDF-Studios. 90 % der über 50-Jährigen seien schon geimpft, berichtete er der Runde bei Markus Lanz. Auch wenn das angesichts der deutlich geringeren Bevölkerung Israels natürlich viel weniger sind als in Deutschland, dennoch eine bemerkenswerte Leistung.

Und die Erfolge zeigen sich: Kaum jemand stirbt mehr an Corona, die Intensivbetten sind zunehmend frei, und dass obwohl die Inzidenz immer noch bei über 200 liegt. Was kann man daraus also für Deutschland lernen, lautet die Frage im ZDF. Möglichst schnell die älteren Bevölkerungsgruppen impfen, egal wie, egal wo, vor allem egal mit welchem Impfstoff.

Virologe Alexander Kekulé bei Markus Lanz (ZDF): Corona in Israel zeigt, wie die Impfstoffe wirken

Sogar ein Impfpass ist in Israel schon eingeführt, der die Normalität des öffentlichen Lebens ermöglicht. Allerdings: Die Flughäfen sind noch geschlossen, die Sorge, sich eine mutierte Version des Coronavirus einzufangen, bleibt hoch.

Die Gäste bei Markus LanzAlterBeruf
Thomas de Maiziere67 JahrePolitiker
Martin Knobbe49 JahreJournalist
Marlis Tepe66 JahreGewerkschafterin
Prof. Alexander Kekule62 JahreVirologe
Michael Bewerunge59 JahreJournalist

Als faszinierendes Experiment bezeichnet der Virologe Prof. Alexander Kekulé bei Markus Lanz Israel: Ein kleines Land mit nur vier Krankenkassen, die 80 % der Bevölkerung betreuen. Hier können Forscher:innen wie in der Petrischale verfolgen wie das Virus wütet, vor allem aber auch, wie die Impfstoffe wirken.

Kekulé bei Markus Lanz (ZDF): Astrazeneca-Impfstoff nicht so wirksam wie der von BionTech

An das baldige Erreichen einer Herdenimmunität glaubt Kekulé im ZDF-Gespräch allerdings nicht: Wir werden mit dem Virus leben müssen, sagt er bei Markus Lanz, mit immer neuen Varianten, die allerdings nicht mehr so gefährlich sein werden wie die ersten. Bemerkenswerterweise zeigte sich Kekulé ein wenig skeptisch, was den Astrazeneca-Impfstoff angeht. Nicht so wirksam wie der von BionTech, schwerer an neue Mutationen anzupassen, aber: Besser nur eine 70-prozentige Effizienz, als gar keine.

Dass Israel nur bedingt mit Deutschland zu vergleichen ist führte Thomas de Maizière bei Markus Lanz aus. „Wir sind ein föderales Land, in dem jeder mitquatschen will.“ Wie sollen Menschen bei so vielen Meinungen noch durchsteigen? Wie soll die Bevölkerung Vertrauen in die Regierung haben, wenn praktisch jeden Tag neue Beschlüsse gefällt werden?

Gäste von Markus Lanz (ZDF): Für und Wider des Föderalismus muss diskutiert werden

Ist es sinnvoll, konkrete Daten zu nennen? Oder klar zu sagen, dass im Sommer jeder Deutsche ein Impfangebot haben wird? Auch „Spiegel“-Journalist Martin Knobbe betonte im ZDF bei Markus Lanz die Problematik solcher eindeutiger Aussagen, die das Vertrauen der Bevölkerung in die Führungsqualität der Regierung schwächt.

Zur Sendung

Markus Lanz: Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag im ZDF und der ZDF Mediathek.

Doch warum kam es überhaupt so weit? Katastrophenszenarien von 2008 und 2012 sagten die aktuelle Pandemie erstaunlich genau voraus – wurden aber fast vollständig ignoriert. Müsste das komplette Warnsystem reformiert werden, dem Bund viel mehr Macht übertragen werden? Das Für und Wider des deutschen Föderalismus – da waren sich alle Beteiligten der Diskussion bei Markus Lanz einig – wird in den Monaten und Jahren nach der Pandemie eingehend diskutiert werden müssen.

Corona-Pandemie: Auf entscheidende Fragen haben auch die Gäste von Markus Lanz (ZDF) keine Antwort

Auch Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft „Erziehung und Wissenschaft“, betonte bei Markus Lanz, wie die sich ständig ändernden Ansagen und Vorgaben die Nerven von Lehrer:innen und Schulleiter:innen stark belasten. Einerseits sei es unabdingbar, dass möglichst bald zumindest teilweise die Wiederaufnahme des Schulbetriebes beginnt, doch warum gebe es immer noch nicht ausreichend Ventilatoren oder Schnelltests?

Die Kanzlerin mag betonen, dass die dritte Welle schon begonnen hat, andererseits hat das Volk genug und verlangt nach Öffnungen, andererseits liegen Schnelltests herum, ebenso wie Impfstoff. So gut sich Deutschland in den ersten Monaten der Pandemie geschlagen hat, so viele Fehler begehen Bundes- aber auch Landespolitiker in dieser zweiten Phase. Irgendwann wird die Pandemie vorbei sein. Wie sehr das Vertrauen der Bevölkerung in die staatlichen Institutionen bis dahin erschüttert sein wird, auf diese entscheidende Frage hatten auch Markus Lanz und seine Gäste im ZDF keine Antwort. (Michael Meyns)

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