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Neues Video

Gegen Hasskommentare auf YouTube: MaiLab bittet Community um Hilfe

  • vonDavid Suárez Caspar
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Die Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim will mit ihrem Team des Youtube-Kanals maiLab künftig anders Hasskommentaren entgegnen. Sie setzt dabei auf die Community.

Frankfurt - Seit über sechs Jahren vermittelt die Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim naturwissenschaftliche Themen an ein junges Publikum auf Youtube. Mit zunehmender Aufmerksamkeit auf ihrem Kanal maiLab steigt auch die Anzahl von Hasskommentaren unter ihren Videos. Mit dem maiLab-Team und mit Einbezug der Community möchte sie energischer gegen Hass, Beleidigungen und unwissenschaftlichen Nachrichten in der Kommentarspalte umgehen.

Im „Wir müssen reden“-Video, das am Freitag (07.05.2021) auf Platz eins der Youtube-Trends stand, wendet sich Nguyen-Kim an ihre Community. Mai Thi und ihr Team haben sich „die Köpfe darüber zerbrochen“, wie der Umgang in den Kommentaren auf Youtube laufen soll. Bisher wurde sehr sparsam mit Löschen und Blockieren in den Kommentaren verfahren. „Wir sind tatsächlich dabei, ein paar Community-Regeln aufzustellen. Darüber wollten wir euch transparent aufklären, erklärt Nguyen-Kim in ihrem Video.

Mithilfe der Community möchte die Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim künftig anders mit Hasskommentaren unter maiLab-Videos umgehen.

MaiLab auf Youtube: „Kommentarspalte eine Shitshow“

„In letzter Zeit schreiben uns immer mehr Leute, doch bitte etwas mehr durchzugreifen, weil die Kommentarspalte teilweise so eine Shitshow ist, dass es gar nicht mehr möglich ist, eine respektvolle inhaltliche Diskussion zu führen“, erklärt Nguyen-Kim. Das Thema Diskussionskultur im Netz habe laut Nguyen-Kim „große Relevanz“ und sie möchte dies im Video deswegen auch thematisieren. Sie erklärt, dass viele der „übertriebenen Emotionen und Aggressionen“ zwar im „Angesicht zu Angesicht, [...] wahrscheinlich nie stattfinden“ würden. Dennoch solle man „nicht einfach mit der Schulter zucken, wenn zum Beispiel Karl Lauterbach stapelweise Mord- und Gewaltdrohungen anzeigen muss.“

Mai Thi Nguyen-Kim\tWissenschaftsjournalistin und Chemikerin
Geburtstag07. August 1987
AuszeichnungenBundesverdienstkreuz, Hanns-Joachim Friedrichs-Preis, Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus, Grimme Online Award

Laut der Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim sei Meinungsfreiheit zwar ein Grundrecht, aber: „Kommentare löschen oder blocken ist kein Verstoß gegen das Grundrecht der Meinungsfreiheit.“ Um zu verbildlichen, wieso gewisse Kommentare nicht tolerierbar sind, führt sie am Beispiel von Rassismus aus: „Rassismus beispielsweise darf in einer freien toleranten Gesellschaft nicht toleriert werden, wenn man Freiheit und Toleranz schützen möchte. Alles zu tolerieren führt zu Intoleranz.“

MaiLab: Community spielt wichtige Rolle im Umgang mit Hasskommentaren

Zukünftig sollen „Richtlinien für ein gutes Diskussionsklima“ den Umgang in der maiLab-Community bestimmen. Demnach könne man laut Nguyen-Kim nur auf drei verschiedene Arten gegen „unschöne Kommentare“ vorgehen: „1. Melden, Löschen, Blocken, 2. Moderieren und versachlichen sowie 3. Ignorieren.“ Dabei setzt maiLab in allen drei Schritten auf ihre Community. Verfassungswidrige Aussagen werden künftig gelöscht, der Account blockiert und gegebenenfalls zur Anzeige gebracht. Spamkommentare würden zukünftig geblockt und gemeldet.

Schwieriger sei der Vorgang bei Beleidigungen. Diese können verletzten und „Diskussionen verunsachlichen“, so Nguyen-Kim. Nutzende, die durch ihre Kommentare zeigen, dass sie nicht an einer echten Diskussion interessiert sind, sollen blockiert werden. Mit Löschen und Blockieren würde man sich jedoch zurückhalten. Schließlich könne auch die Community zu einer besseren Kommentarkultur beitragen.

Nutzer:innen antworten auf einen Kommentar unter einem Video von maiLab.

MaiLab: Die „Geheimwaffe“ gegen Trolle und Hater

Auch im zweiten Punkt der Richtlinie soll die Community mithelfen. Die maiLab-Community habe sich schon bewiesen. In der Vergangenheit wurden Falschinformationen immer wieder mit Fakten widerlegt. „Das berührt uns regelrecht, wirklich“, so Nguyen-Kim. Selbst auf beleidigende Kommentare, soll es helfen sachlich und höflich zu antworten, so Nguyen-Kim. „Wenn wir uns hier einen sachlicheren Ton wünschen, dann müssen wir, die vernünftige Mehrheit, diesen Ton vorgeben.“

Die „Geheimwaffe“ gegen Hater und Trolle sei ganz einfach: Ignorieren. Das sei laut der Wissenschaftsjournalistin oft das einzig sinnvolle. „Solche Kommentare diskreditieren sich selbst durch ihre eigene Bananigkeit“, erklärt sie. Auch bei stark provozierenden Argumenten rät Nguyen-Kim „widersteht dem Impuls zu antworten“. Sie betont: „Habt bitte nie das Gefühl, mich oder uns verteidigen zu müssen.“ (David Suárez Caspar)

Rubriklistenbild: © Screenshot Youtube

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