Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

PARS PRO TOTO

Zucker aus Mosambik

Soll die Europäische Union ihren Markt für Zucker aus Brasilien und Mosambik öffnen - oder sollen wir den Welthandel unterbinden und die Wirtschaft auf die

Von RUDOLF SPETH

Soll die Europäische Union ihren Markt für Zucker aus Brasilien und Mosambik öffnen - oder sollen wir den Welthandel unterbinden und die Wirtschaft auf die lokale und nationale Ebene beschränken? Für die erste Option spricht sich die britische Hilfsorganisation Oxfam aus, für die zweite Vorgehensweise Walden Bello, renommierter Globalisierungskritiker von den Philippinen und Direktor der Nichtregierungsorganisation "Focus on the Global South".

Sein Buch De-Globalisierung. Widerstand gegen die neue Weltordnung dokumentiert die Kontroverse mit Oxfam. Bello wirft der Organisation vor, sie hätte sich dem "Lager der freien Marktwirtschaft angeschlossen". Oxfam argumentiert, durch Marktzugang und Export lasse sich die Armut verringern. Allerdings will Oxfam andere Handelsregeln und wirbt daher für eine Umgestaltung der WTO.

In einem weiteren Text des Buches skizziert Bello die Konturen seiner Alternative. Der Welthandel sollte "aufgehalten" und zurückgedrängt werden. Wirtschaftsentscheidungen sollten nicht dem Markt überlassen, sondern durch demokratische Willensbildung getroffen werden. Statt an der Marktlogik sollte man sich an Fairness, Solidarität und Sicherheit orientieren. Die Wirtschaft sollte insgesamt stärker durch die Politik kontrolliert werden. De-Globalisierung bedeutet, Entscheidungen auf die lokale und nationale Ebene zu verlagern.

Abgesehen von der Umsetzbarkeit solcher Vorschläge stellt sich doch die Frage, ob ein Zurück zur nationalen Perspektive die Lösung sein kann. Denn gerade in den Ländern des Südens sind es die nationalen Eliten, die Werte wie Fairness verletzen.

Zivilgesellschaft gesucht

Der Begriff Zivilgesellschaft gehört zu jenen Begriffen, von denen Wissenschaftler sagen, sie zu definieren würde dem Versuch gleichen, einen Pudding an die Wand zu nageln. Frank Adloff hat es in seinem Band dennoch versucht, und es ist ihm einigermaßen gut gelungen. Er näherte sich dem Phänomen auf zwei Ebenen: der theoretischen und der praktischen, empirischen. Gut die erste Hälfte des Buches bietet einen Überblick über Politiktheoretiker, die den Begriff prägten und immer wieder neu interpretierten. Die Übersicht beginnt mit Aristoteles, für den Zivilgesellschaft die Vereinigung der Bürger ist, und endet mit Habermas' Diskurstheorie. Ein solcher Ritt durch die Ideengeschichte hat natürlich seine Tücken, denn nicht immer ist Zivilgesellschaft drin, wo Zivilgesellschaft drauf steht.

In den Kapiteln des zweiten Teils geht es dann um die Zivilgesellschaft, wie wir sie vorfinden. In Deutschland sind es die Vereine, in denen sich die Zivilgesellschaft seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert organisiert. Dort wird das Ehrenamt gepflegt, ein Begriff, der heute durch den des bürgerschaftlichen Engagements abgelöst wird. Empirisch fassbar wird die Zivilgesellschaft vor allem in der Forschung zum Non-Profit- oder Dritten Sektor. Dieser Bereich aus Vereinen, Verbänden, Wohlfahrtsorganisationen, Stiftungen und Kirchen unterscheidet sich von Staat und Wirtschaft. Hauptantrieb ist dort nicht der Profit, sondern etwas anderes. Dieses Andere behandelt Adloff unter dem Stichwort Sozialkapital. Die Zivilgesellschaft, so seine Fazit, trage damit zur Integration und zum Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft bei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare