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„Hallo Mond, ich bin einsam wie du / Niemand mag mich und keiner hört zu.“
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„Hallo Mond, ich bin einsam wie du / Niemand mag mich und keiner hört zu.“

„Wer mag Wolfie?“

Wolfie im Glück

  • Judith von Sternburg
    vonJudith von Sternburg
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Ein Bilderbuch über die interessante Frage, warum einen niemand leiden kann.

Auch ein Wolf sehnt sich nach Liebe und Anerkennung. Auf diesem Gebiet hat er es aber schwerer als, sagen wir zum Beispiel: wenn er andere Leute beißt. Nicht dass Wolfie so etwas tun würde, Wolfie, ein kleiner Wolf, der sich mit dem naturgemäß noch viel kleineren Vogel darüber unterhält, warum ihn niemand mag. Der Vogel schlägt ihm vor, öfter mal zu lächeln, aber als Wolfie lächelt, fällt der Vogel vor Schreck fast vom Baum. Unsereiner noch lange nicht, aber da ist das Größenverhältnis auch ermutigender. Nun schlägt Wolfie vor, er könne auch singen. Singen, das leuchtet dem Vogel ein.

Vor dem romantischen Happyend steht Ärger ins Haus. Wolfie und seine Geschwister singen den Wald zusammen, aber der Wald ist nicht erfreut. In nonchalanter Haltung gegenüber den Gegebenheiten – wobei man heute sagen muss: wer weiß – tauchen nach und nach Eisbären, Rentiere und Waschbären auf, gereizt wegen der nächtlichen und beträchtlichen Ruhestörung. Auch Wolfie reimt beim Singen übrigens, die Übersetzerin Claudia Koch versteht es, das Unerquickliche des Wolfsgesangs in rasant schlechten Versen zu spiegeln. „Eigentlich bin ich ganz lieb, / ein voll netter Typ.“ Während einem Übles schwant, ist Wolfies Arglosigkeit umwerfend. „,Ich glaub, die werden mich sehr gern haben‘, zwinkerte Wolfie dem Vogel zu. Dieser wusste nicht, was er sagen sollte.“

Buchinfo

Ragnhild Scamell, Tim Warnes: Dachs und Stinktier. A. d. Engl. v. Uwe-Michael Gutzschhahn. Ill. v. Jon Klassen. cbj. 144 S., 16 Euro.

„Wer mag Wolfie?“ ist insofern ein Bilderbuch, das über Unebenheiten zwischenmenschlicher Beziehungen nicht hinweggeht. Es ist aber auch nicht zu kompliziert und geht gut aus. Das macht die Liebe! Die künftige Wölfin seines Herzens bekommt geradezu Theaterbeleuchtung, den Auftritt einer Diva auf diesen farbenfrohen, klaren und freundlichen, aber nicht zu zuckersüßen Bildern. Ragnhild Scamell und ihr Illustrator Tim Warnes haben sich diese Geschichte schon Mitte der 90er ausgedacht. Fast könnte man meinen, heute würde der Zeigefinger höher gehoben, Wolfie käme nicht einfach davon, weil eine Schönheit in sein Leben tritt. Aber so ist es vielleicht sogar viel realistischer. Ab zwei Jahren.

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