Klagenfurt

Wettlesen in Klagenfurt: Bachmannpreis 2.0

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Der ORF arbeitet nun doch an einer Alternative.

Nun soll der abgesagte Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis doch stattfinden und zwar unter dem Arbeitstitel „Bachmannpreis digital“, wie der ORF mitteilt. An der Absage der öffentlichen Lesungen in Klagenfurt wegen der Coronakrise (Start wäre am 17. Juni gewesen) hatte es seitens etlicher Jurymitglieder zuvor scharfen Protest gegeben. Sie vermissten das, was der Sender jetzt anscheinend nachholt: ein alternatives Konzept, das in den „kommenden Tagen“ ausgearbeitet werden soll.

Geplant sind Schaltungen, digitale Lesungen und die gewohnten Preis-Kategorien. Interessant, nein beunruhigend freilich, dass die Ausstrahlung ausschließlich über das Internet erfolgen soll. Nicht von ungefähr hatten die Jurorinnen und Juroren erklärt, eine Möglichkeit finden zu wollen, „den Bewerb auch 2020 im Fernsehen stattfinden zu lassen“. Als der ORF 2013 angekündigt hatte, sich (aus Kostengründen, ein dolles Argument angesichts der Ausgaben für TV-Sendungen aller Arten) von der Übertragung zurückzuziehen, stand neben einem Aus auch eine Abwanderung ins Internet im Raum.

Natürlich ist Klagenfurt auch digital abrufbar, aber die in der Literatur, der gesamten Hochkultur einmalige Verbindung aus Saalgeschehen und Fernsehübertragung wurde damals zu Recht verteidigt. Nach Tagen hatte sich der ORF besonnen. Nun ist das Thema (wie befürchtet) wieder da. Schon sagt Karin Bernhard, Landesdirektorin des ORF-Kärnten, dem Deutschlandfunk: Je nach Ergebnis könne die digitale Form beibehalten werden: „Ich will das nicht als eine Rute hinters Fenster stellen. Aber wenn das gut funktioniert, ist das natürlich eine Überlegung.“ Unseliger ORF.

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