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Ein Hirsch in einem französischen Staatswald.

Varenne: "Die Treibjagd"

Wenn Platzhirsche kämpfen

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Mord und Naturschutz: "Die Treibjagd", ein dunkler Kriminalroman von Antonin Varenne.

Nicht nur das Wild wird in „Die Treibjagd“, einem feinen, höhlendunklen Kriminalroman Antonin Varennes, gehetzt. Auch auf Revierjäger Rémi Parrot wird bei der in R. traditionsschweren Jagd geschossen – obwohl er sich keineswegs auf Wildsau-Höhe, vielmehr auf dem Hochsitz befindet. Außerdem ist Parrots Freund Philippe, von seinen Feinden „Ökofritze“ oder „Ökoterrorist“ gerufen, so spurlos verschwunden, dass die Hunde im Kreis rennen.

„R.“ nennt Varenne seinen womöglich nicht ganz fiktiven Ort im Massiv Central. Zwei Familien haben dort das Sagen, die Courbiers und die Messenets. Sie konkurrieren um jedes Fitzelchen Land, das noch einem anderen gehört. Und Revierjäger Parrot wohnt noch auf einem eigenen Stück. Den Rest hat sein Vater versoffen.

Größter Arbeitgeber am Ort ist das den Courbier-Holzunternehmen TechBois, „ein Drittel der letzten Lohnempfänger von R.“ sind dort beschäftigt. Sie wollen Rache, als einige ihrer Maschinen sabotiert werden, sie ziehen in die Schlacht. Bald gibt es eine Prügelei mit den Gitanes, die nach Meinung der Arbeiter sowieso an allem schuld sind.

Aggression liegt fast ständig in der Luft in Varennes Kriminalroman. Alte Feindschaften, aber auch neues Profitstreben können jederzeit aufflammen. Vieles bekommen die Frauen der Platzhirsche ab, aber auch der „Ökofritze“ und der Revierjäger. Einen „guten Blitzableiter“ geben die beiden ab – Rémi Parrot auch deswegen, weil er so furchtbar hässlich ist: Bei der Feldarbeit hat ihm einst eine Zapfwelle den Kopf zerschmettert. Rot glühen seine Narben.

Varenne hat sich eine raffinierte Zeitsprung-Struktur ausgedacht, die sich jeweils um Tage in die Zukunft oder Vergangenheit verschiebt. Dazu Dialoge, die das Leben schreibt. Er nimmt keine Zuflucht zu Krimi-Versatzstücken, mit ihm ist man ganz bei seinen Figuren, seiner Stadt, seiner Landschaft.

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