Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Träumen, suchen und in die Welt hinaustreten: Themen von Jugendbüchern.
+
Träumen, suchen und in die Welt hinaustreten: Themen von Jugendbüchern.

Neue Jugendbücher

Die Welt öffnet sich

Jugendbücher über Wendepunkte, Verwirrungen und Momente der Verantwortung: Von Christian Linker, Nicola Yoon und Tom Leveen.

Von Cornelia Geissler

Ein Gedankenspiel mit Zugkraft

Ein Roman für junge Leute über junge Leute, die für die Armee des sogenannten Islamischen Staats in den Krieg ziehen? Aus der Ankündigung spricht viel guter Wille. Und dann fängt das Buch auch noch damit an, dass einer im Knast sitzt und ein anderer tot ist. Doch belehrend nimmt sich Christian Linker in „Dschihad Calling“ nicht des Themas an. Er erfindet eine starke Erzählerfigur für den Hauptstrang der Handlung: Jakob hatte sich nach dem Abitur auf ein abenteuerliches Freiwilligenjahr in Afrika eingestellt. Das klappte nicht, er ging zum Studieren nach Bonn. Für einen Alltag war er noch nicht bereit. Zufällig stößt er auf Gleichaltrige, die nicht nur zum Islam konvertiert sind, sondern die Religion auch besonders ernst nehmen. Gerade diese Ernsthaftigkeit wirkt verführerisch auf Jakob. Als er sein bisheriges Leben infrage stellt, betet und sich strengen Regeln unterwirft, grast der Autor das Umfeld seines Helden ab, auf der Suche nach Menschen, die ihn stoppen könnten. Es ist alles nicht einfach. Linker durchsetzt die chronologische Erzählung mit dem Tagebuch eines Freundes von Jakob, der in den Dschihad zieht. Dieses Buch erweist sich als Gedankenspiel mit Zugkraft. (Ab 14 Jahre)

Ein Leben im Käfig der Medizin

Madeline ist 18 Jahre alt und hat noch nichts von der Welt gesehen. Sie leidet an der Immunschwäche Scid. Da alle möglichen Umwelteinflüsse für das Mädchen tödlich sein können, geht Madeline praktisch nie aus dem Haus, wird per Internet unterrichtet, von einer Krankenschwester und ihrer Mutter, die Ärztin ist, betreut. Das ist die Ausgangssituation für Nicola Yoons herzflatterndes Buch „Du neben mir“. Dann zieht im Nebenhaus eine Familie ein, laut und auffällig ist sie. Besonders der fast erwachsene Junge macht Madeline neugierig – und er entdeckt das Mädchen am Fenster. Die Autorin schildert die Annäherung der beiden in kurzen Kapiteln, immer aus Madelines Perspektive. Dazwischen stehen E-Mails, Chat-Nachrichten, Zeichnungen. Für das Mädchen beginnt das Leben neu. Die Welt öffnet sich für sie. Madeline ist verliebt, das ist gefährlich. Nicola Yoon dreht die Spannungsspirale und verrät gegen Ende mehr, als Madeline und der Leser aushalten können: Dieses Buch hat Wucht! (Ab 14 Jahre)

Ein Gespräch mit Folgen

Von einem Abend bis zum nächsten Morgen reicht die Handlungszeit dieses Buches. Fast so lange ist Victoria, genannt Tori, dabei, mit einem ihr unbekannten Anrufer zu sprechen. Es ist ein Junge, der sagt, er wolle sich umbringen. Ihre Nummer habe er zufällig gewählt. In Toris Kopf rasen die Gedanken – nicht nur darüber, wie sie den Jungen stoppen kann. Tom Leveen erzählt mit „Ich hätte es wissen müssen“ eine Geschichte von heute. Denn der Hintergrund, der Tori beunruhigt, weshalb sie eigentlich den nächsten Tag gut ausgeschlafen angehen sollte, ist ein Fall von Suizid, der am nächsten Tag vor Gericht kommt. Ein Mitschüler Toris sah sich durch Internetmobbing ins Aus getrieben. Und sie war beteiligt. Leveen geht in seiner Gesprächs- und Gedankenführung psychologisch geschickt vor. Tori gerät vielfach in Bedrängnis während des Gesprächs. Doch im Grunde muss sie sich über ihre eigene Rolle klarwerden, muss Verantwortung für sich selbst übernehmen. (Ab 13 Jahre)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare