Kunstband

Verfallsgeschichten im Popgeschehen

Allein sein Porträt des Jahrhundertriesengesamtkunstwerks namens Michael Jackson lohnt schon die Lektüre dieses feinen Buchs: Guido Siebers „Rock‘n’Roll Fever“ bietet bildanalytische Wahrheiten.

Allein sein Porträt des Jahrhundertriesengesamtkunstwerks namens Michael Jackson lohnt schon die Lektüre dieses feinen Buchs: Guido Siebers „Rock‘n’Roll Fever“ bietet nicht einfach bis zur Kenntlichkeit entstellende Darstellungen von mehr oder weniger bekannten Personen der jüngeren Musikgeschichte, sondern bildanalytische Wahrheiten, die nur vordergründig als abstoßend hässlich empfunden werden sollten, tatsächlich aber als Verfallsprodukte des ubiquitären Popgeschehens zu verstehen sind.

Der King of Pop also war nie hässlich, er war in jedem seiner Verfallszustände wahr, zum Ende eine ausgebeutete Ressource im ewig ressourcenhungrigen Betrieb. Sieber zeigt dies mit gedämpfter Anteilnahme und größter Genauigkeit. Der Schriftsteller Franz Dobler erzählt dazu eine kurze Rock- und Popgeschichte. Und wer sich das alles noch einmal in Groß und Schön anschauen möchte, begebe sich – aber hurtig! – in das Frankfurter Caricatura-Museum, die Ausstellung läuft noch bis zum Ende des Monats. schl

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