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An den Eingängen erwarten die Besucher der Buchmesse umfangreiche Taschenkontrollen.

Sicherheit

Umfangreiche Kontrollen bei der Buchmesse

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Die Frankfurter Buchmesse startet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Besucher sollten sich auf etwas Wartezeit einstellen.

Es ist schon eine schöne Tradition, dass die Frankfurter Buchmesse über ihre Sicherheitsvorkehrungen nicht spricht. „Dazu sagen wir gar nichts“, sagt der sonst so gesprächige Direktor Juergen Boos. Es kann also nur geschätzt werden, dass mehrere Hundert Polizei- und Kriminalbeamte sowie Mitarbeiter von privaten Firmen auf dem Messegelände unterwegs sein werden. 

Die Sicherheit der erwarteten mindestens 280.000 Besucherinnen und Besucher genieße „höchste Priorität“. An geheimer, gleichwohl zentraler Stelle auf dem riesigen Areal befindet sich das „Operation and Security Centre“.

 Von dort aus überwachen Spezialisten von Polizei, Messe, Ordnungskräften, Feuerwehr und Rettungsdiensten das Gelände über die allenthalben installierten Videokameras. Sie stehen in Kontakt mit Einsatzpersonal in den Messehallen und auf dem Freigelände, der Agora. 

Alle Partner gemeinsam haben ein Sicherheitskonzept entwickelt. Dazu gehört, dass während der Aufbautage und der gesamten Messezeit alle Fahrzeuge kontrolliert werden, die aufs Gelände wollen. 

Das Gleiche gilt für die Menschen, die zu Fuß kommen. An allen Eingängen erwarten sie umfangreiche Taschenkontrollen. „Wir empfehlen, Rucksäcke und Trolleys zu Hause zu lassen“, sagt Gabi Rauch-Kneer von der Geschäftsleitung Messemanagement. Jedes Gepäckstück verlängere die Wartezeiten an den Eingängen. 

Nicht erlaubt sind auf dem Messegelände Taschenmesser, Waffen, Nachbildungen von Waffen und Reizsprays.

Die Buchmesse ist Spiegel und Forum für alle akuten politischen Konflikte auf der Welt. Die prekäre Situation bei den Menschenrechten wird bei vielen Diskussionsrunden und Buchpräsentationen zum Thema. „Die Palette reicht aktuell von der Türkei bis nach Saudi-Arabien“, sagt Buchmessen-Direktor Boos. 

Entsprechend seien Proteste bei den Messeauftritten verschiedener Länder möglich. Zurzeit sind keine Demonstrationen angemeldet, das kann sich aber noch ändern. 

Die Präsenz von politisch rechten Verlagen auf der Buchmesse ist überschaubar. Vier Unternehmen können diesem Spektrum zugerechnet werden: Die Manuscriptum Verlagsbuchhandlung und die Wochenzeitung „Junge Freiheit“, beide im ersten Stock der Halle 4 anzutreffen. Der österreichische Leopold Stocker Verlag vertreibt über seine Tochter Ares etwa Bücher des 74-jährigen Alain de Benoist, der als Vordenker der Neuen Rechten in Frankreich gilt. Der Stocker Verlag ist in der Halle 3 zu finden. 

 Im ersten Stockwerk der Halle 4 ist der Cato Verlag angemeldet, der ein gleichnamiges Magazin veröffentlicht. 

Zur Präsentation seines neuen Buches „Nie zweimal in denselben Fluss“ hat sich außerdem Björn Höcke angesagt, eine Schlüsselfigur des rechtsextremen Flügels innerhalb der AFD. 

Nach Angaben der Buchmesse wird der Sprecher der AFD Thüringen am Freitag, 12. Oktober, um 17 Uhr im Veranstaltungsraum 4c im Zwischengeschoss der Halle 4 erwartet. Hier ist mit Protesten zu rechnen. Ob auch der AFD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland die Buchmesse besucht, ist gegenwärtig noch offen. 

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