Bigband

Über die Sendegebiete hinaus

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Ein Buch über Geschichte und Musiker der Bigband des Hessischen Rundfunks.

Die große Zeit der Bigbands fiel in die so genannte Swing-Ära, die bekanntlich längst vorbei ist. Übrig geblieben ist ein anhaltendes Interesse von Musikern an orchestralem Jazz, an Arrangements, an kreativen Grenzgängen zwischen Disziplin im Satz und solistischer Selbstdarstellung – also künstlerische Impulse, die von kommerziellen Anteilen weitgehend frei sind. So hat Bigband-Musik immer noch ihre Liebhaber, auf der Seite der Musiker, aber auch auf der des Publikums. An die 4000 Bigbands soll es in Deutschland geben – Schul- und Uni-Bigbands, Experimentier-Formationen von Musikerinitiativen, Vereins-Bands und so fort.

Unter ihnen nehmen die vier professionellen Bigbands der Rundfunkanstalten WDR, NRD, SWR und HR einen Sonderstatus ein. Sie sind aus den Tanz- und Unterhaltungsorchestern entstanden, widmen sich heute einer anspruchsvollen, kunstreichen Spielart des zeitgenössischen Jazz. Sie beschäftigen hoch professionelle Musiker, kreative Bandleader und Arrangeure und haben ihr Publikum auf Festivals und in den Konzertsälen der Sendegebiete.

Der Musikkritiker Wolfgang Sandner hat in einem Buch die künstlerische und organisatorische Geschichte der hr-Bigband sowie den aktuellen Stand der Dinge nachgezeichnet. Die Porträts der Musiker, Arrangeure und Leiter der Band waren bereits sukzessiv in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu lesen und bilden den Kern des Buches. Sie zeigen eindrucksvoll, wie weit sich die Band mittlerweile von der Unterhaltungsorchester-Phase entfernt hat: Ihre Konturen werden heute von markanten Künstlerpersönlichkeiten mit weiträumigen musikalischen Erfahrungen und Interessen gebildet; dass die Bassisten-Position im Buch doppelt besetzt ist, hing damit zusammen, dass Thomas Heidepriem, während das Buch im Entstehen war, Pensionär wurde (ein rares Privileg für einen Jazzmusiker!) und Hans Glawischnig seine Stelle einnahm. 

Alle Musiker arbeiten neben der Bigband an Musikhochschulen und Universitäten und/oder spielen in kleineren Formationen. Sie sind häufig Multiinstrumentalisten und stilistisch vielseitig unterwegs. Man kann davon ausgehen, dass die Arbeit, die sie in der hr-Bigband verrichten, für sie interessant ist, sonst würden sie andere Tätigkeiten vorziehen. 
Für – unter anderem – anspruchsvolle Projekte sind seit 14 Jahren der Manager Olaf Stötzler und seit sieben Jahren Chefdirigent Jim McNeely zuständig. Eine Diskographie und eine eingelegte CD mit unveröffentlichtem Material ergänzen das Buch angemessen.

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