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Landgericht

"Tannöd" ist kein Plagiat

Das Münchner Landgericht hat die Plagiatsvorwürfe des Journalisten Peter Leuschner gegen die Autorin des Krimibestsellers "Tannöd", Andrea Maria Schenkel, zurückgewiesen.

München (ddp). Das Münchner Landgericht hat die Plagiatsvorwürfe des Journalisten Peter Leuschner gegen die Autorin des Krimibestsellers "Tannöd", Andrea Maria Schenkel, zurückgewiesen. Nach Einschätzung des Gerichts liege "keine Urheberrechtsverletzung vor", sagte der Vorsitzende Richter Thomas Kaess. Ein Urteil will die Kammer Ende Mai verkünden. Kaess rief die Parteien auf, sich gütlich zu einigen.

Die 45-jährige Autorin gab sich nach der Verhandlung erleichtert. Sie fühle sich durch die Einschätzung der Richter bestätigt. Leuschner wirft der Autorin aus Nittendorf bei Regensburg vor, für "Tannöd" aus seinen Sachbüchern zum Mordfall auf einem Bauernhof im oberbayerischen Hinterkaifeck in den 20er Jahren abgeschrieben zu haben. Dafür fordert der Journalist Schadenersatz. Der geschätzte Streitwert beträgt Presseberichten zufolge rund 500 000 Euro.

Schlenkers Verlag Edition Nautilus bezeichnete es als "unverfroren, die beiden Werke miteinander zu vergleichen". Schlenkers Stil mache "Tannöd" zu einem "außergewöhnlichen Buch", sagte Verlagsleiter Lutz Schulenburg. Leuschners Sachbücher wären "nicht bei uns erschienen".

Die Anwälte Leuschners hatten das Gericht auf 18 Details verwiesen, die sich sowohl in den Sachbüchern des Journalisten als auch in "Tannöd" wiederfänden. Nach Auffassung des Gerichts sind diese Details aber nicht "prägend genug" und bestimmten nicht den Gesamteindruck des Buches. Die Übereinstimmungen im atmosphärischen Bereich ergäben sich aus der Situation auf dem Bauernhof, argumentierten die Richter. Als Vergleich schlugen sie vor, Schenkel könne Leuschners Bücher in ihrem Werk würdigen.

Der 60-jährige Kläger sagte nach der Verhandlung, er sei "ein bisschen enttäuscht". Er habe gedacht, "dass Abschreiben bestraft wird", genauso "wie in der Schule". Ob es jetzt juristisch noch weitergehe, wisse er noch nicht. Schenkel wolle "den Eindruck erwecken, alles wäre in ihrem Kopf entstanden". Aber trotz der Streitigkeiten gönne er ihr den Erfolg des Buches.

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