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Die Ausstellung verwebt Realität und Fantasie. Auch dieser Stammbaum soll authentisch sein.

Buchmesse Frankfurt

Mit Stier auf der Flucht

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Das Struwwelpeter-Museum Frankfurt präsentiert eine Ausstellung zum georgischen Märchen "Tsikara" - und spielt mit der Grenze zwischen Realität und Fantasie.

In der Mitte des Raumes steht das Modell eines kleinen Waldes. Einige Bäume sind abgebrochen und liegen auf dem Boden. Inmitten der Stämme steht ein Wildschwein mit einer Frau auf dem Rücken und bahnt sich eine Schneise durch den dichten Wald. Wenige Schritte weiter entdeckt der Besucher das Modell eines Gebirges. Hinter den hohen Steilwänden steht ein Stier, der ein Kind auf dem Rücken trägt und gehetzt die Flucht antritt. Beides sind Szenen aus dem georgischen Märchen „Tsikara“, das aktuell im Struwwelpeter-Museum besonders präsentiert wird.

Georgien, das Gastland der Frankfurter Buchmesse, ist momentan an vielen Stellen in der Stadt präsent. Auch das Museum in der Schubertstraße 20 beleuchtet das Land am Schwarzen Meer etwas genauer. Dabei steht das in Georgien sehr bekannte Märchen im Mittelpunkt. 

Die Geschichte erzählt von einem Jungen, der einen Stier namens Tsikara zum Freund hat. Die Stiefmutter will das Tier schlachten, um das Kind unglücklich zu sehen. In ihrer Not fliehen der Stier und der Junge. Drei Gegenstände – einen Spiegel, einen Kamm und einen Wetzstein – nimmt der Kleine mit, die ihnen auf ihrer Flucht vor der Stiefmutter und ihrem Wildschwein helfen sollen.

Eine Gruppe junger Künstler aus der georgischen Hauptstadt Tbilisi (Tiflis) hat sich das Märchen eigens für das Struwwelpeter-Museum vorgenommen. Texte an den Wänden des Museums erzählen die Geschichte. Außerdem gibt es Illustrationen, historische Fotografien, Modelle und verschiedene Objekte, wie das Tagebuch des Jungen. 

Im Hintergrund spielen Musik und Geräusche, die in Georgien komponiert wurden. „Es ist ein Museum im Museum“, sagt Joachim Fuchs vom Struwwelpeter-Museum. Im Erdgeschoss hat die Schau einen eigenen Raum bekommen. Insgesamt soll die Ausstellung eine Mischung aus Realität und Fantasie sein. Alle Objekte sind mit Geschichten versehen, wo sie gefunden wurden und wie sie mit dem Märchen zusammenhängen. Ist das Ganze nun passiert, oder ist es nur eine Geschichte? Diese Frage soll sich jeder Besucher beim Gang durch die Schau stellen.

Am 27. Oktober wird die Ausstellung Teil des Familiensamstags „Satourday“ sein. Um 15 Uhr gibt es zunächst eine Entdeckertour durch die Schau, anschließend geht es ins Struwwel-Atelier.

Bis zum 6. Januar 2019 können sich Besucher selbst ein Bild vom Märchen und seinem vielleicht wahren Kern machen. „Tsikara“ ist die letzte Sonderausstellung am alten Museumsstandort im Frankfurter Westend. Vom nächsten Sommer an wird das Struwwelpeter-Museum dann in der neuen Altstadt zu finden sein. 

Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt zwei. Kinder bis sieben Jahre haben freien Eintritt. Das Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Schau bietet einen Einblick in Georgiens Kultur, und spannend ist die Geschichte vom Jungen und seinem Stier allemal. 

Und, so viel sei schon mal verraten, das Märchen nimmt ein gutes Ende.

 

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