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Silke Scheuermann.
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Silke Scheuermann.

Romanfabrik Frankfurt

Silke Scheuermann im Gespräch: Das Funkeln der Kressesamen

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Silke Scheuermann spricht in der Romanfabrik über Natur und Naturlyrik.

Auch wer sich keine Illusionen über den Zustand und die Natur der Natur macht, kann die Sanftheit des Grases erkennen. Gras sei nicht nachtragend, heißt es bei Silke Scheuermann etwa in „Skizze vom Gras“ (Schöffling & Co.). Im live gesendeten Gespräch in der Frankfurter Romanfabrik versuchte sie gemeinsam mit den Literaturwissenschaftlerinnen Frederike Middelhoff (Goethe-Universität) und Barbara Thums (Gutenberg-Universität Mainz), sich von aktueller Naturlyrik einen Begriff zu machen.

Das fiel den Germanistinnen leichter, dabei ist auch die Lyrikerin Scheuermann eine hochreflektierte Leserin und Interpretin, aber zögernd, wenn es um ihr eigenes Werk geht. „Ich kann über andere Gedichte reden, nicht über eigene“, sagte sie, und darin steckte der schreibenden Menschen vertraute Eindruck, dass dort doch nun steht, was aus der eigenen Sicht zu sagen war. „Der Gedanke ist das Gedicht“, Sinn und Form untrennbar verknüpft.

Silke Scheuermann - Liebe zur Metapher

Scheuermanns Naturlyrik ist nicht politisch (wie sie selbst betonte), aber sie bezieht Position. Über ausgestorbene Pflanzen – die „in den Schlagzeilen, nicht auf Wiesen stehen“ – so zu schreiben, dass es trotzdem schön sei, ohne auf die Kulisse mit Mond dort droben hereinzufallen: Das gab sie als eine Art Losung aus, die übrigens für jede Art von Kunst sinnvoll ist. Die Frage hingegen, ob nicht auch die Romantik sich dessen schon durchaus bewusst war – die Frage, wann überhaupt zum letzten Mal naiv, aber nicht gartenlaubenhaft über Natur geschrieben wurde –, kam nicht ernsthaft auf.

Dafür wandte sich das Gespräch Scheuermanns Liebe zur Metapher zu, die sie aber (zu Recht) zum Selbstverständlichsten in der Sprache überhaupt deklarierte. Wie sie gleichwohl ihre Wege dabei geht, las sie vor: „In meinem Brustkorb funkelt mein Herz wie ein versteckter / Kressesamen, ein Blättchen Löwenzahn“. Bildlichkeit, sagte Scheuermann, sei ein Hallraum unendlicher Möglichkeiten.

Und die Natur selbst? „Ist sie unschuldig? Wir wissen es nicht.“ Die Pflanzen, so Scheuermann, „kümmert es nicht, was wir denken“. Das ist keine Entmutigung, eher sogar eine Erleichterung.

Die Romanfabrik Frankfurt zeigt das Video weiterhin via Youtube, www.romanfabrik.de

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