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Wie auf Schwebflügeln

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Fredrik Sjöbergs herrlich abschweifende Insekten- und Lebensberichte

Rein zufällig fiel mir in einem Antiquariat ...": Fredrik Sjöberg erweckt gern den Eindruck, dass er durch sein Buch schlendert wie durch einen großen Garten, mal hier, mal da seine Nase an eine Blüte hält, mal hier, mal da ein Steinchen aufhebt oder einem Käfer zusieht, sich mal auf diese, mal auf jene Bank setzt. Doch seine "Fliegenfalle" ist ein vertracktes, verspieltes und - von den ersten Zeilen an - verlockendes Teil. Von hübschen roten Fädchen durchzogen und hinreißenden Formulierungen, von Lebens- und Naturliebe, von Dönkes und, wie nebenbei, Informationen zu Fliegen, Fliegen, Fliegen. Schwebfliegen. Spezialistenwissen, das gar nicht spezialistisch daherkommt.

Fredrik Sjöberg ist Entomologe - zwar nur unter anderem (Übersetzer, Literaturkritiker, Journalist), aber mit Leidenschaft. Vor Jahren ist er eigens auf eine Insel gezogen, um sein persönliches "Knopfologenarchipel" zu haben, ein abgegrenztes Insektensammelgebiet. Gleich erklärt er auch, woher der "Knopfologe" kommt: August Strindberg erdachte die "innovative Beleidigung" für Sammler. Sjöberg zitiert den alten Grantler, hat auch recherchiert, welcher Archäologe Strindbergs Rage derart auf sich gezogen hat - und landet von dort aus unversehens bei der Frage, welche Arten von Insektennadeln es gibt und ob das Spießen eine Kunst ist.

So ist es in Kapitel nach Kapitel: Man erfährt Sachen, von denen man nie ahnte, dass sie einen interessieren könnten (aber sie tun es). Zum Beispiel die kuriose Expedition des schwedischen Insektenforschers René Malaise (1892 - 1978) nach Kamtschatka, wo er seinen Reisebegleitern irgendwie abhanden kam. Von dort schlendert Sjöberg weiter zu Ester Blenda Nordström, für einige Zeit Ehefrau Malaises, und bringt sie uns so nahe, dass man sofort ein Buch von ihr kaufen möchte.

Sjöberg erzählt von den rätselhaftesten Schwebfliegen-Geheimnissen, vom charakteristischen Summen und Brummen einzelner Arten, von plötzlich auftauchenden Einwanderer-Insekten, davon, dass "biologische Xenophobie" wie die menschliche weit verbreitet ist, "aber fast immer unangebracht". Hunderte von Details bringen ihn nicht dazu, das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Auf den Flügeln einer Fliege in die weite Welt, warum nicht.

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