Sachbuch

Sulpicius Severus lebte um 400 nach Christus. Mit seiner Vita des Heiligen Martin hat er Weltliteraturgeschichte geschrieben. Sie diente jahrhundertelang als Modell für Heiligengeschichten. Sie ist einer der lateinischen Texte aus der Spätantike, die das Mittelalter prägten. Wer in katholischen Kirchen ein oder zwei Euro ausgibt und die Traktätchen über den Ortsheiligen liest, der erkennt durch all die süßlichen Innovationen der vergangenen Jahrhunderte hindurch noch immer die Urpflanze der Heiligenlegende: Das Leben des Heiligen Martin des Sulpicius Severus. Hier ist zum Beispiel der Geburtsort der Szene, in der Martin, noch Soldat des Kaisers, seinen Mantel mit dem Schwert zerschneidet, um einem frierenden Bettler eine Hälfte zu schenken. Eines der zentralen Bilder, mit denen das Christentum sich über die Jahrtausende immer wieder selbst porträtierte. Wie antik diese Geschichte, wie antik sie erzählt ist, entdeckt man bei der Lektüre des Originals. awi

St. Martin, die Urpflanze der Heiligenlegende

Sulpicius Severus lebte um 400 nach Christus. Mit seiner Vita des Heiligen Martin hat er Weltliteraturgeschichte geschrieben. Sie diente jahrhundertelang als Modell für Heiligengeschichten. Sie ist einer der lateinischen Texte aus der Spätantike, die das Mittelalter prägten. Wer in katholischen Kirchen ein oder zwei Euro ausgibt und die Traktätchen über den Ortsheiligen liest, der erkennt durch all die süßlichen Innovationen der vergangenen Jahrhunderte hindurch noch immer die Urpflanze der Heiligenlegende: Das Leben des Heiligen Martin des Sulpicius Severus. Hier ist zum Beispiel der Geburtsort der Szene, in der Martin, noch Soldat des Kaisers, seinen Mantel mit dem Schwert zerschneidet, um einem frierenden Bettler eine Hälfte zu schenken. Eines der zentralen Bilder, mit denen das Christentum sich über die Jahrtausende immer wieder selbst porträtierte. Wie antik diese Geschichte, wie antik sie erzählt ist, entdeckt man bei der Lektüre des Originals. awi

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