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Kinderbuch

Rose Lagercrantz: „Zwei von jedem“ – Wie Eli ein Überlebender wurde

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Rose Lagercrantz’ „Zwei von jedem“.

Das Buch „Zwei von jedem“ stellt die Frage, ob es möglich ist, vom Schlimmsten zu erzählen, und führt zugleich zart und ernsthaft vor, wie das geht. Die Erwachsenen, die es natürlich auch werden lesen wollen, ahnen, was kommen muss. Die Kinder im Buch ahnen es nicht, und die Kinder, für die Rose Lagercrantz es geschrieben hat, vermutlich auch nicht. „Zwei von jedem“ ist zunächst eine Geschichte, die daran erinnert, wie im Leben eines Kindes schon alles da ist: Das Glück, die Liebe, die Schicksalsschläge. Glück, das so groß ist, dass die Welt stehenbleiben soll. Leid, das groß ist, aber es gibt doch Möglichkeiten, Hoffnungen.

Dann fängt fern von Siebenbürgen der Krieg an und rücken die Deutschen vor, und die Menschen im Ort, die zu Hause Rumänisch, Ungarisch oder Jiddisch sprechen – Jiddisch spricht die Familie von Eli, dem Erzähler –, können sich noch nicht vorstellen, was das mit ihnen zu tun haben soll. Rose Lagercrantz bekommt diesen Moment zu packen, in dem das, was die alten Leute in der Zeitung lesen, plötzlich mit einem selbst geschieht.

Das Buch

Rose Lagercrantz / Rebecka Lagercrantz: Zwei von jedem. A. d. Schwed. v. Angelika Kutsch. Moritz. 120 S., 14 Euro.

Dabei ist „Zwei von jedem“ vor allem eine Liebesgeschichte. Eli liebt Luli, schon immer, aber sie nennen es nicht so, sondern rennen um die Wette. Als Eli schwer krank wird, kann eigentlich erst Luli ihn wieder gesund machen. Elis Vater ist tot, Lulis Mutter auch, und ihr Vater sucht sein Glück in Amerika. Luli und ihre Schwester warten auf die Fahrkarten, Eli hat Angst, dass die Fahrkarten eintreffen, die Leserin hofft, dass sie rechtzeitig kommen. So ist es auch.

Eli, sein Bruder und seine Mutter werden hingegen deportiert, wie man zusammenfassend sagen kann. Aber das Leben ist keine Zusammenfassung, sondern alles dauert lange. „Hier muss ich eine Pause machen“, schreibt Eli, während er von dieser Zeit erzählt. Dann erzählt er, wie er im Lager von seiner Mutter getrennt wird, aber nicht weiß, dass er sie zum letzten Mal sieht. „Wenn ich es begriffen hätte, ich hätte den Verstand verloren.“ So werden Eli und sein Bruder zu Überlebenden. Der Schluss darf der Schluss eines Märchens sein, wie es das Leben auch schreibt.

Die Schwedin Rose Lagercrantz, Jahrgang 1947, ist selbst die Tochter von Überlebenden. Ihre Tochter Rebecka Lagercrantz hat feine Aquarelle beigesteuert, die die Fantasie nicht stutzen, sondern beflügeln. Ab 9 Jahren

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