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Die Autorin der „Bücherfrauen“: Romalyn Tilghman. Foto: privat
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Die Autorin der „Bücherfrauen“: Romalyn Tilghman.

Roman

Kultur für New Hope

  • VonPetra Pluwatsch
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Die US-amerikanische Autorin Romalyn Tilghman erzählt in ihrem Überraschungserfolg „Die Bücherfrauen“ von einer Idylle, für die man hart kämpfen muss.

Keine Berge im Weg. Nichts zwischen dir und dem endlosen Horizont.“ Das hat Angelina Sprint oft von ihrem Dad gehört. Und nun ist sie dort, im Westen von Kansas, wo der Himmel so hoch und weit ist, dass man meint, die Krümmung der Erde sehen zu können. Staubwolken ziehen über das ausgebleichte, trockene Land, und erst wenige Wochen zuvor hat ein Tornado Prairie Hill, die Nachbarstadt von New Hope, dem Erdboden gleichgemacht. Angelinas Großmutter Amanda hat in der Nähe von New Hope gelebt, und auch sie selber hat als Kind einen Sommer auf deren Farm in der Prärie verbracht. Jetzt ist sie zurückgekehrt, um für ihre Doktorarbeit die Geschichte der örtlichen Bibliothek zu erforschen – eine „Bücherfrau“, deren Leidenschaft dem gedruckten Wort gilt.

„Die Bücherfrauen“, so lautet denn auch der Titel dieses herzerwärmenden Romans, der vor allem eines ist: eine Liebeserklärung an das Buch an sich. Geschrieben hat es Romalyn Tilghman, die mit ihrem Debüt in den USA einen Überraschungserfolg landete. Im Zentrum des Romans: vier Frauen, die am Scheideweg ihres Lebens stehen. Jeder von ihnen ist kürzlich der Boden unter den Füßen weggebrochen. Neue Perspektiven müssen her.

Das Buch

Romalyn Tilghman: Die Bücherfrauen. Roman. A. d. Engl. v. Brit Somann-Jung. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2021. 384 S., 22 Euro.

Angelina versucht mit 40 Jahren, ihre Doktorarbeit zu Ende zu bringen – was ihr im Übrigen nicht gelingen wird. Traci hat es aus New York nach New Hope verschlagen. Die junge „Müll-Künstlerin“ soll im örtlichen Kulturzentrum Kunstkurse geben. Dass sie weder eine Kunsthochschule besucht noch Erfahrungen im Unterrichten hat, hat sie in ihrer Bewerbung tunlichst verschwiegen. Gayle hat der Tornado das Haus über dem Kopf weggerissen. Nun fragt sie sich, ob es Sinn macht, noch einmal von vorne anzufangen. Die rebellische Sylvia erwartet ein Kind, obwohl sie selber fast noch eines ist.

Sie alle treffen sich regelmäßig im Kulturzentrum von New Hope, dessen Tage indes gezählt sind. Es fehlt an Geld, die ehemalige Carnegie-Bibliothek zu erhalten. Selbst Traci muss um ihr Gehalt bangen. Mit allen Mitteln versuchen die Frauen von New Hope, die Mittel für die Weiterführung der einzigen kulturellen Einrichtung weit und breit aufzutreiben. Sie kochen, backen, stricken, nähen im Akkord, veranstalten Bazare und Flohmärkte. Jeder Dollar zählt, wenn es darum geht, den Ort vor der drohenden kulturellen Trockenlegung zu schützen.

Romalyn Tilghman hat nach einem Journalistik-Studium selbst viele Jahre mit ländlichen Kulturvereinen wie dem in New Hope zusammengearbeitet. Sie weiß also, wovon sie redet. Ihr Roman gibt einen guten Einblick in das Leben im Hinterland der USA. Es erzählt von starken Frauen und harten Lebensbedingungen, von Klatsch und Tratsch, von unehelichen Kindern und dem Gefühl, an einem heißen Sommerabend in einem Schaukelstuhl auf einer Holzveranda zu sitzen. Eine Idylle? Ganz sicher. Aber eine, für die man hart kämpfen muss.

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