Eva Moldenhauer

Der richtige Ton

Die Übersetzerin Eva Moldenhauer ist gestorben.

Wenn Schriftsteller wie Claude Simon oder Ágota Kristóf, Wissenschaftler und Philosophen wie Claude Lévi-Strauss oder Maurice Merleau-Ponty in Deutschland ein Lesepublikum gefunden haben, dann war dies zu großen Teilen das Verdienst der Übersetzerin Eva Moldenhauer. Sie verfügte über dieses besondere Übersetzer-Talent, jeweils den richtigen Ton zu finden. Sie konnte es elegant, sie konnte es schnodderig klingen lassen.

Sie wurde vielfach dafür gewürdigt, dass sie sich in den Dienst französischsprachiger Autoren stellte. 2012 wurde die 1934 in Frankfurt Geborene zum „Chevalier dans l’ordre des arts et des lettres“ ernannt, sie erhielt den Paul-Celan-Preis, den Raymond-Aron- und den Wilhelm-Merton-Preis für europäische Übersetzungen. Für ihre neue Übersetzung von Claude Simons „Das Gras“ war sie für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zusammen mit ihrem Mann Karl Markus Michel betreute sie aber auch die Hegel-Ausgabe des Suhrkamp-Verlages.

1964 begann Eva Moldenhauer aus dem Französischen zu übersetzen, über die Jahre kam eine stolze Liste von Autoren zusammen, darunter Sartre, Semprún, Levinas, Julien Green, Irène Némirovsky. Am Ostermontag ist Eva Moldenhauer im Alter von 84 Jahren gestorben. (fr)

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