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Der Ort des "prechtigen" Geschehens: Das Literaturhaus Frankfurt
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Der Ort des "prechtigen" Geschehens: Das Literaturhaus Frankfurt

Buchmessen-Party #1/2016

Ein prechtiger erster Abend

Die Party des S. Fischer Verlages. Gerüchten zufolge kommt man hier schwerer rein als ins Berliner Berghain. Werden wir es trotzdem hinein schaffen?

Von Malte Baumgarten, Maike Brülls, Anne Heigel und Jana Weiss

Reibt man den Ellenbogen von Richard David Precht dreimal, bringt es einem Glück. So lautet zumindest ein Gerücht, das wir auf der Party des S. Fischer Verlages aufgeschnappt haben. Ob es stimmt, wissen wir nicht, aber versucht haben wir es. Zumindest konnten wir den Ellenbogen einer Person berühren, die dem modernen Philosophen verdammt ähnlich sieht.

Als Location für dieses Get-Together hat sich der Verlag keine geringere als das Literaturhaus Frankfurt herausgesucht. Angeblich, so ein zweites Gerücht, komme man hier schwerer rein als in den berühmten Berliner Techno-Schuppen Berghain. Man brauche eine Einladung, Plus 1 nicht erwünscht. Wir haben solch eine Einladung natürlich nicht. Herausforderung angenommen.

Im Vorfeld überlegen wir uns die abstrusesten Pläne, um die Türsteher zu überlisten:

•     in Football-Manier zwischen den Türstehern hindurch sprinten

•     blank ziehen

•     falscher Name

•     eigene Berühmtheit vortäuschen

•     so tun, als seien wir Ronja von Rönne (alle vier)

•     als Servicekraft ausgeben

•     affektiertes Schockiertsein darüber, dass der Name nicht auf der Liste steht

•     einfach arroganten Blickes an den Türstehern vorbei gehen

Unschlüssig stehen wir vor einem weißen Pavillon, den wir wenige Minuten später als den Hintereingang identifizieren, und trinken unsere Bierflaschen leer. Dabei laufen zwei ältere Herren an uns vorbei, Nummer eins weißes Jackett und marineblaue Hose, Nummer zwei marineblaues Jackett und weiße Hose (haben sie getauscht?) und gehen in das Innere dieses Pavillons. Wir schauen uns an und nicken. Das können wir auch.

Wir versuchen, es den Männern gleichzutun, und laufen dabei als pinguinähnliche Viererformation hintereinander her. Gerade ruft noch ein Türsteher verhalten „Entschuldigen Sie“, aber wir wittern schon die Freigetränke und sind nicht mehr zu stoppen. Und drin sind wir außerdem schon. Also schwer war das nicht. Nix da Berghain. Pfff. Sven Marquardt lacht.

Erster Eindruck: Ungefähr 30 ist hier niemand. Ungefähr 40 vielleicht. Ungefähr 50 wahrscheinlich. Wir sehen Anzüge, Perlenschmuck, schwarze Rollkragenpullis, alle geladenen Gäste haben scheinbar den gleichen Optiker (wir vermuten: Fielmann ist es nicht). So ganz passen wir hier nicht hinein, trotzdem lächeln uns alle zu. Auf jeden Fall sind sie freundlicher als Leute im Berghain. Bier suchen wir vergebens, es dominieren Weiß- und Rotwein, sowie Sekt und Selters-Wasser. Zwei Herren vom Roten Kreuz patrouillieren in den Räumen. Warum eigentlich, fragen wir uns. Hier werde erfahrungsgemäß gerne ein Selters über den Durst getrunken, erzählt uns einer von ihnen. Deswegen schauen sie durch die Räume und nach dem Zustand der einzelnen Gäste.

Musik gibt es auf dieser Party keine, dafür Richard David Precht. Aber das wissen Sie ja schon.

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