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Markus Orths

„Picknick im Dunkeln“: Alle sollen einander verstehen

  • vonStefan Michalzik
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Markus Orths im Livestream der Frankfurter Romanfabrik

Literatur betrachtet Markus Orths offenkundig als Spiel im Sinn einer experimentellen Versuchsanordnung. Von vornherein geplant, sagte der in Karlsruhe lebende Schriftsteller beim Livestream auf dem „Corona-Kanal“ der Frankfurter Romanfabrik im Gespräch mit deren Leiter Michael Hohmann, seien die Dinge in seinem jüngsten Roman „Picknick im Dunkeln“ nicht gewesen, vieles habe sich beim Schreiben entwickelt. Am Anfang stand die Idee, einen ganzen Roman zu schreiben, der in völliger Dunkelheit spielt, die schon in Orths’ Roman „Alpha & Omega: Apokalypse für Anfänger“ (2014) angeklungen war.

Orths ist Spezialist darin, eine freie Fantasie um historische Figuren zu spinnen. Stan Laurel und Thomas von Aquin, der unübertroffene Komiker und der Kirchengelehrte des 13. Jahrhunderts, sind ein ungleiches Paar; zudem trennen sie sieben Jahrhunderte. Doch habe er, sagt Orths, ungeahnte Parallelen entdeckt. Der eine wie der andere habe eines Partners bedurft, um seine Kunst beziehungsweise sein Denken zu entfalten. Der als Komiker zunächst glücklose Stan Laurel hatte erst Erfolg, als er Oliver Hardy traf. Bei Thomas von Aquin ist es die Begegnung mit der Philosophie des Aristoteles gewesen, ohne die er zu seiner Lehre nicht gefunden hätte.

In vielem indes ging beider Entwicklung überkreuz, wie Michael Hohmann ganz richtig feststellte. Schon als kleiner Junge hatte Stan Laurel in einem Moment situativer Komik die Menschen im Theater unbeabsichtigt zum Lachen gebracht. Thomas von Aquin hingegen ist als jüngster Sohn einer Adelsfamilie dem Brauch gemäß mit fünf Jahren ins Kloster geschickt worden; das Lachen war dort geächtet.

Es ist der Tod, der die beiden Figuren in einem dunklen Tunnel zusammentreffen lässt. Stanley könnte der Teufel sein, Thomas weiß am Anfang nicht, wer es ist, dem er da begegnet. Für ihn, der nie einen Zweifel am Glauben hatte, steht fest, dass der Weg durch die Dunkelheit zur ewigen Glückseligkeit führt. Stan hingegen soll auf dem Totenbett davon gesprochen haben, dass er jetzt am liebsten Skifahren würde.

Das Fremde und das Nichteigene zu verstehen, sagt Orths, das sei es, worum es in unserer Welt gehe. Markus Söder und Sahra Wagenknecht bei Maybritt Illner – „wenn die das mal machen müssten, dann wären wir schon weiter.“

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