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Acht Prozent Zucker im Müsli sind genug: Bio-Koch Harald Hoppe bereitet ein gesundes Frühstück zu. 

Frankfurt

Nüsse, Magerquark und wenig Zucker auf der Buchmesse

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Eine Initiative der Bundesregierung informiert über gesunde Ernährung – Kostproben inklusive.

Es ist 11 Uhr. Da sage noch einer, die Menschen würden sich nicht gut ernähren und viel zu viel Fast Food mampfen. Quatsch. Die Begeisterung für gutes, gesundes Essen ist riesig. Oder wieso gibt es in Gang L der Messehalle 3.1 kein Durchkommen mehr?

In jenem Gang will ein Koch am Mittwochmorgen zeigen, wie sich ein gesundes Frühstück zubereiten lässt. Doch die Menschen stehen dicht an dicht, der FR-Reporter fürchtet um seine Reportage über das Frühstück und – noch schlimmer – um die versprochene Kostprobe. Bis er feststellt, dass die Menschenmenge nicht wegen der gesunden Ernährung gekommen ist, sondern Joachim Gauck zuhört. Der frühere Bundespräsident sitzt auf dem Blauen Sofa von ZDF und Deutschlandfunk Kultur und spricht über Toleranz. Der Stand, an dem es Frühstück gibt, befindet sich dahinter.

Nun soll das alles nicht despektierlich klingen. Es gibt auch Leute, die sich nicht weiter für Gauck interessieren, sondern lieber dem Koch Harald Hoppe bei der Arbeit zusehen. Außerdem ist hier nicht von irgendeinem Verpflegungsstand die Rede, sondern vom Messeauftritt der Initiative „Inform“.

Diese haben das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Gesundheitsministerium gegründet, um den Menschen gesunde Ernährung näherzubringen. Deshalb gibt es in Halle 3.1 den ganzen Tag über Kochshows mit Hoppe, der auch kein gewöhnlicher Koch ist, sondern ein sogenannter Bio-Sternekoch. Das Berufsbild gibt es seit 2002. Die Köche, die nachhaltiges Essen aus Biozutaten zubereiten, treten in Schulen und Kindergärten und eben auf Messen auf.

Nun aber zum Frühstück. Der Morgen steht unter dem Motto „Kampf dem Fertigmüsli“. In den Cerealien, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, seien 20 bis 25 Prozent Zucker enthalten, sagt Hoppe: „Das ist viel zu viel.“ Acht Prozent reichten völlig aus, erklärt der Koch und stellt die Pfanne auf den Herd.

Gebraten werden Nüsse verschiedener Sorten und Haferflocken. Aber das Kochfeld bloß nicht zu heiß werden lassen, die Cerealien brennen schnell an, mahnt Hoppe. Parallel mischt er Wasser und Zucker und erhitzt die Mischung. Wenn es Blasen gibt, aber nicht zu große, ist der Zuckeranteil hoch genug. Dann rührt Hoppe noch Joghurt und Quark zusammen – beides fettreduziert, versteht sich. Schon ist das Müsli fertig, das wirklich verdammt gut schmeckt.

Bis Sonntag kocht Hoppe jeweils sechsmal am Tag. Nach dem Frühstück geht es um Obstgerichte, später um schnelle Mahlzeiten und um gesunde Naschereien.

Die Rezepte liegen am Stand aus. Und auch Menschen, die gerne mal Fast Food zu sich nehmen, sind willkommen. Hoppe verzichtet nämlich auf den erhobenen Zeigefinger. Er schimpft nicht mit Messegästen, die zur Mittagspause einen Cheeseburger essen wollen. Er zeigt ihnen nur gesunde Alternativen auf.

Es ist 11.30 Uhr. Das letzte Schälchen Müsli ist verputzt. Der Weg hinaus durch Gang L gestaltet sich schwierig. Auf dem Blauen Sofa sitzt Felicitas Hoppe und spricht über Märchen.

Am Stand von „Inform“, Halle 3.1, L88, gibt es täglich von 11 bis 16 Uhr Programm.

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