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Überall auf der Welt sehen Menschen etwas anderes in Schnee. Auf dem verschneiten Eis des zugefrorenen Pitkajarvi-Sees in Finnland hat ein Architekt und Designer mit der Schneeschaufel einen Fuchs gezeichnet.
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Überall auf der Welt sehen Menschen etwas anderes in Schnee. Auf dem verschneiten Eis des zugefrorenen Pitkajarvi-Sees in Finnland hat ein Architekt und Designer mit der Schneeschaufel einen Fuchs gezeichnet.

„Fünfzig Wörter für Schnee“

Nancy Campbell: „Fünfzig Wörter für Schnee“ – Theluji bedeutet Frieden

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Eiskalt: Die Lyrikerin und Sachbuchautorin Nancy Campbell sammelt Bezeichnungen für Schnee.

Die Cherokee sagen „Unatsi“ und erzählen von einem verletzten Spatzen, dem im Unatsi-Sturm nur von einem einzigen Baum, einer freundlichen Kiefer Schutz geboten wurde. Der Waldgeist belohnte die Kiefer mit immergrünen Nadeln. Die Azteken sprachen vom Gott des Frostes, Itztlacoliuhqui auf Nahuatl, der ganz schön viel – und nichts Angenehmes – zu vertreten hatte: „das Eis, den Winter, Strafe und menschliches Elend“. Dafür ist für die Massai die Helligkeit von „Theluji“, Schnee auf Suaheli, wie etwa auch die von Haufenwolken und Milch, ein Zeichen für Frieden.

„Fünfzig Wörter für Schnee“ hat die britische Lyrikerin und Sachbuchautorin Nancy Campbell gesammelt – und ihre Aufgabe dabei glücklicherweise nicht zu eng gesehen. Denn keineswegs möchte man unter den 50 Wörtern den niederländischen „hagelslag“ missen, ein bröckeliger Brotbelag aus Schokostreuseln, der in der Regel zum Frühstück gegessen wird. Es muss die Sorte Hagel sein, die schon dunkel ist vom Straßendreck. Trotzdem verbrauchen die Holländerinnen und Holländer, so hat Campbell recherchiert, jährlich 14 Millionen Kilo „hagelslag“.

Das Buch

Nancy Campbell: Fünfzig Wörter für Schnee. A. d. Englischen v. Brigitte Jakobeit. Hoffmann und Campe. 234 S., 24 Euro.

Sie hat Statistiken genauso wie Märchen und Mythen erforscht, jeder der Begriffe wird darum von einigen Seiten Text begleitet und jeder Text geht seinen eigenen, manchmal recht abseitigen Weg.

Für die Maori war „huka-rere“, Schnee, eines der Kinder von Regen und Wind. Insgesamt hatten die beiden zwölf Nachkommen, darunter „huka-papa“, Eis und Frost, und „huka-waitara“, Hagel – aber nicht den von der niederländischen Sorte. Die „Kinder der Kälte“ leben übrigens im Südwind, der auf Neuseeland scharf vom Südpol her pfeift.

Wie sehr es doch darauf ankommt, ob man den Schnee in einem vorwiegend warmen Land als nette Abwechslung betrachten kann – und als hilfreich bei der Lagerung von Lebensmitteln, wie in der italienischen „neviera“, Schneehütte. Oder ob die Konsistenz des Schnees und ein gutes „Schneemesser“, „pana“ auf Inuktitut, über Leben und Tod entscheiden, weil aus stabilen Blöcken geschwind ein Iglu gebaut werden muss.

Glücklich die schwedischen Kinder, die einen „Snöängel“ formen, und die isländischen, die mit „hundslappadrifa“ spielen können: mit den wohl nur dort möglichen „Schneeflocken groß wie eine Hundepfote“.

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