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Open Mike

Nachwuchs im Problembezirk

Der Literaturpreis Open Mike wird in Berlin vergeben, die Verlage halten Ausschau nach Talenten.

Von Philipp Fritz

Sie sind in Neukölln, sie haben überlebt, das können Sie später zu Hause erzählen“, sagt Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin, ans Publikum gewandt über den häufig als „Problemkiez“ verschrienen Berliner Stadtteil. Sie ist stolz darauf, dass der, wie sie sagt, „wichtigste Literaturnachwuchspreis Deutschlands“ hier verliehen werde, wo Kinder es in Schulen häufig schwer hätten, da in ihren Familien kaum Deutsch gesprochen werde.

Am Sonntag wurde der Open Mike im Heimathafen Neukölln übergeben. 550 Einsendungen, Prosa, Lyrik, Auszüge aus Romanmanuskripten, mussten die Lektoren in diesem Jahr innerhalb von sechs Wochen durchsehen. Bedingungen: Die Jungautoren durften nicht älter als 35 Jahre sein und bisher noch nichts veröffentlicht haben. 22 Texte schafften es in die Auswahl. Aus ihnen lasen die Autoren am Samstag und Sonntag jeweils 15 Minuten vor.

Das Publikum und eine dreiköpfige Jury urteilten über deren Qualität. Inger-Maria Mahlke, Open-Mike-Gewinnerin aus dem Jahr 2009 und die Schriftsteller Lutz Seiler und Sasa Stanisic wählten die besten Stücke aus. In der Gattung Prosa wurden der 1995 geborene Thilo Dierkes und der aus Wien stammende Benjamin Quaderer, Jahrgang 1989, ausgezeichnet. Den Preis für Lyrik erhielt die Kunststudentin Sandra Burkhardt. Der Open Mike ist mit insgesamt 7500 Euro dotiert und wird vom Haus für Poesie, früher bekannt als Literaturwerkstatt Berlin, und der Crespo-Foundation organisiert.

Kontakte zu Verlagen

Der Preis der taz-Publikumsjury ging in diesem Jahr an den Berliner Rudi Nuss für seine „Kurze Szenerie mit Loch“, eine Geschichte, die sich um ein großes, schwarzes Loch in den Wäldern vor Ahrensburg dreht.

Der Open Mike ist keineswegs ein schnöder Schulwettbewerb, sondern eine Veranstaltung, bei der Literaturinteressierte von heute die Autoren von morgen entdecken können. Auch die Verlagsbranche ist vor Ort und hält Ausschau nach möglichen Talenten. Das bestätigt denn auch eine der Lektorinnen: „Unter Vertrag genommen haben wir niemanden, aber wir werden mit einigen Autoren in Kontakt bleiben.“

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