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Um mehr als Dezibel

Ein Buch zum Kölner Moschee-Streit

In Köln wurde und wird gestritten um den Bau einer großen Moschee. Die Auseinandersetzung wurde ganz wesentlich im Kölner Stadtanzeiger geführt. Der Chefredakteur der Zeitung hat sie jetzt in einem Taschenbuch zusammengestellt. Er hat aber nicht nur die bei ihm erschienenen Beiträge zusammengestellt, sondern Originalbeiträge eingeholt, Stellungnahmen aus der Süddeutschen Zeitung, der Zeit dazugestellt und ein instruktives Vorwort geschrieben, das auch den Ortsfremden in die Details einführt, die zu verstehen so notwendig ist, wenn der Zusammenprall der Kulturen sich nicht mehr im Seminar, sondern auf den Straßen abspielt.

Man kann hier nachlesen, wie Ralph Giordano seine Behauptung begründet, nicht die Moschee, sondern der Islam selbst sei das Problem. Der Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde meint: Das Recht der Muslime auf "Moscheen und Minarette, auf Gebetsrufe des Imam, ist grundsätzlich kein geringeres als das der Christen auf Kirchen und Glockengeläut: Über Dezibel und Rücksichtnahme auf die Nachtruhe muss man sich im einen wie im anderen Fall verständigen. Dass dadurch eventuell Ortsbild und Lebensgewohnheiten verändert werden, trifft zwar zu, ist aber rechtlich gesehen kein Argument dagegen. Die Bekenntnisfreiheit als Menschenrecht steht nicht generell unter dem Vorbehalt hergebrachter Kulturen, auch wenn manch einer vielleicht wünschte, es wäre so." Wem das "grundsätzlich" und das "generell" verdächtig vorkommt, der lese weiter. Er wird auch Kardinal Meisner, Henryk M. Broder, Navid Kermani, Günter Wallraff und Mehmet Yildirim, Generalsekretär der "Ditib", in dem Bändchen finden. awi

Franz Sommerfeld (Hrsg): Der Moschee-Streit. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008, 239 S., 8,95 Euro.

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