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Literaturexpertinnen geben Tipps zur Buchmesse... Katharina Herrmann

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Buchbloggerin Katharina Hermann kommt eigentlich auf die Buchmesse, um Freunde zu treffen. Und weil sie Bücher Planierraupen vorzieht.

Katharina Herrmann schreibt für den Buchblog 54books.de und lebt in München. Im September 2017 veröffentlichte sie auf dem Blog einen Beitrag mit dem Titel „Auch ein Land der Dichterinnen und Denkerinnen“ über das fortwährende Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern im Literaturbetrieb, der viel diskutiert wurde. Der Beitrag beginnt mit der Beobachtung, das in dem Buch „Grundwissen Deutsch“ von Cornelsen unter den wichtigen Autor*innen aller Epochen von der Antike bis zur Gegenwart 125 Männer und nur 17 Frauen genannt sind.

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Was bringt Dich persönlich auf die Buchmesse? Ich fahr da eigentlich nur hin, um Freunde zu treffen. Ich schreibe mit Freunden auf dem Blog 54books.de über Bücher – wir wohnen alle in verschiedenen Städten und sehen uns fast nur bei Buchmessen, inzwischen fahre ich vor allem deswegen. Aber klar: Außerdem bringen einen vor allem die Bücher, die Podiumsdiskussionen, die Lesungen dorthin – wäre es eine Messe für Planierraupen, würde ich vermutlich weniger gerne hinfahren.

Welche Veranstaltung sollte man auf keinen Fall verpassen? Am Donnerstag, den 11.10.2018, laden die unabhängigen Verlage in Halle 4.1., F66 sowie den Gängen D, F und G und der Leseinsel der unabhängigen Verlage unter dem Motto „Wir tanzen aus der Reihe!“ von 17 bis 19 Uhr ein zu Gesprächen und Getränken – wer die Vielfalt, die unabhängige Verlage für den Buchmarkt bedeuten, kennen lernen will, sollte hier einmal vorbeischauen.

Bei welcher Veranstaltung kann man mit dem Gastland Georgien auf Tuchfühlung gehen? Abgesehen von zahlreichen Veranstaltungen im Ehrengast-Pavillon, würde ich, wenn Zeit ist (aber leider ist immer zu wenig Zeit), gerne die Ausstellung „Hybrid Tbilisi“ im Deutschen Architekturmuseum ansehen. Dort wird gezeigt, wie unterschiedliche historische und geografische Einflüsse das Stadtbild geprägt haben – wenn man nicht selbst nach Tiflis reisen kann, ist das eine schöne Möglichkeit, um einen Eindruck von der Stadt und seiner Geschichte zu bekommen.

Wo gibt es die beste Party und wie kommt man rein? Super Tipp dazu: Einfach nicht hingehen, dafür früh schlafen gehen und am nächsten Morgen allen mit gute Laune (weil genug Schlaf und kein Kater) auf die Nerven zu gehen. Die Leute lieben einen dafür, ich habe das selbst ausprobiert und kann es bestätigen.

Welches Thema treibt Dich um? Mein Interesse an Literatur ist in der Regel auch mit Interesse an historischen und sozialen Entstehungsbedingungen von Literatur verbunden – was natürlich nicht bedeutet, dass Literatur nur so gelesen werden darf oder mehrheitlich so gelesen werden müsste, aber ich tue das halt. In der analogen Realität promoviere ich über die Popularisierung protestantischer Friedensethik in Kirchenliedern, die zwischen 1960 und 1989 in der BRD geschrieben worden sind. Auch hier geht es also irgendwie um die historischen und sozialen Entstehungsbedingungen von Texten.

Wie findet es Ausdruck? Hoffentlich in meinen Texten auf 54books und in dieser Dissertation, die ich da so vor mich hinschreibe.

Was treibt Dich an? Ich finde einfach ziemlich viel interessant. Das reicht in der Regel schon irgendwie als Antrieb.

Warum das geschriebene Wort? Weil Papier geduldig ist und man einem Text immer und immer und immer wieder lesen kann. Und im besten Fall erlebt man dabei, dass sich Sinn immer wieder neu ergeben muss.

Zur Reihe: Die Website der Frankfurter Buchmesse macht es einem nicht gerade einfach. Beim Suchen nach Veranstaltungen überkommt einen raumgreifende Verpassangst. Was, wenn man am Ende eine total langweilige Lesung erwischt, fades Essen bestellt, auf einer Party landet, wo sich gerade mal drei Leute die Beine in den Bauch stehen, mit denen man keinen Smalltalk führen kann, weil man die spannendsten Bücher nicht gelesen hat und nichts über das Gastland weiß? Wir fragen Literatur-Expertinnen und jahrelange Buchmessengängerinnen nach Insider-Tipps, um die Katastrophe abzuwenden. In der Literaturszene sind weibliche Stimmen nach wie vor unterrepräsentiert. In dieser Reihe befragen wir daher ausschließlich Frauen mit ganz unterschiedlichen Biografien und Berufen. 2018 ist auch das Jahr der Frau.

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